Einer von ihnen heißt David Lunsford. Er sprach für Carbon Delta mit anderen Unternehmern und Investorennetzwerken. Ein paar Zelte weiter brüteten die Diplomaten der UN-Staaten zwei Wochen lang über der Umsetzung des Pariser Weltklimaabkommens, das im vergangenen Jahr in der französischen Hauptstadt beschlossen wurde. „Auf der Weltklimakonferenz gibt es noch keine richtige Start-up-Gemeinschaft, es wirken hier mehr die großen Unternehmen“, sagt er.

Das könnte in den kommenden Jahren aber anders werden, denn das grüne Gründen ist ein Trend. Nach den Ergebnissen des aktuellen Green Economy Gründungsmonitors des Borderstep Instituts wurden von 2006 bis 2013 allein in Deutschland rund 170.000 Unternehmen in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz gegründet. Sie beschäftigen insgesamt mehr als eine Million Mitarbeiter.

Der Klimawandel ist eine Gefahr für viele Geschäfte

Carbon Delta gehört zu den Betroffenen der Skepsis, die Investoren an den Tag legen – aber auch zu denen, die daran arbeiten, das Problem zu beheben. „Vielen Unternehmen und Investoren ist schlicht nicht klar, wie gefährlich der Klimawandel ist, auch für ihr Geschäft“, sagt Ko-Gründer Lunsford.

Wie sollte es auch? Im Gegensatz zu Carbon Delta beziehen die meisten Rating-Agenturen den Klimawandel bei der Bewertung von Anlagen nicht ein. Dabei sind seine Folgen vielfältig, angefangen beim neuen Klima selbst – mehr Stürme, Fluten, Dürren, an manchen Orten wird es viel wärmer, an anderen kälter –, weiter bei völlig neuen Technologien, bis hin zu veränderten sozialen und politischen Rahmenbedingungen.

Die Aktien der Kohle-, Öl- und Gasförderung können zum Beispiel ganz schnell an Wert verlieren. Es geht um die sogenannte Kohlenstoffblase: Machen die Staaten der Welt mit dem Klimaschutz ernst, ist früher oder später Schluss mit dem Verbrennen der fossilen Reserven.

Klimaforscher gehen davon aus, dass etwa ein Drittel aller geschätzten Ölreserven, der Hälfte der Gasvorkommen und 80 Prozent der Kohlevorräte im Boden bleiben müssen, wenn die Erderwärmung die im Pariser Weltklimaabkommen versprochenen zwei Grad nicht überschreiten soll. Die Energieunternehmen haben einen Großteil dieser Rohstoffe allerdings in ihren Bilanzen „eingepreist“.