Sie haben Ihr Unternehmen erst jüngst gegründet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Ich habe mehrere Jahre in einer Werbeagentur in Zürich als Social Media Manager gearbeitet. Damals habe ich angefangen nebenbei Gründer-Touren für ein Schweizer Werbeverband zu organisieren. Irgendwann hat mir das mehr Spaß gemacht als mein eigentlicher Job. Deshalb habe ich dann im vergangenen Sommer Startup-Tours.com mit meiner Frau gegründet. Heute hilft sie mir bei organisatorischen Fragen. Zudem haben wir einige freie Mitarbeiter.

Es gibt mittlerweile viele Anbieter solcher Touren. Macht Ihnen Konkurrenz zu schaffen?

Es gibt einige, die innerhalb von Deutschland und Europa Touren anbieten. Weltweit im Moment aber noch nicht. Wir schreiben auch seit Anfang an schwarze Zahlen.

Welche Start-ups stehen immer auf Ihrer Besucherliste?

Weil es uns grundsätzlich um die digitale Transformation geht, besuchen wir Unternehmen unter anderem aus den Bereichen E-Commerce, Internet der Dinge und Big Data. In Berlin fahren wir gerne zu Number26, einem Fintech-Unternehmen. Die haben wir bereits besucht, als sie noch Papayer hießen und gerade erst frisch gegründet hatten. Wichtig für uns ist: Wir wollen die Start-ups nicht wie in einem Zoo behandeln. Wir besuchen sie kurz, lassen uns das Geschäftsmodell erklären und gehen dann wieder. Wir hoffen, dass bei den Reisen Netzwerke und Kooperationen zwischen den Gründern und den Unternehmen entstehen.

Klappt das?

Nicht immer, aber häufig. Auf einer Berlin-Tour vor zwei Jahren haben wir beispielsweise ein sehr innovatives Start-up im Bereich Mobile-Marketing kennengelernt. Einer der Teilnehmer war ein leitender Angestellter von einem Schweizer Außenwerbungsunternehmen. Nach der Reise ist kurz darauf eine Kooperation zustande gekommen. Und mittlerweile ist das Start-up an ein Schweizer Unternehmen verkauft worden.

 Nach all Ihren Reisen, was ist das wahre Silicon Valley?

San Francisco kann man wirklich eigentlich kaum mit Berlin oder London vergleichen. Die Anzahl der Start-ups ist rund sieben Mal so hoch wie in Berlin. Aber im Bezug auf ihren Enthusiasmus, ihre Ideen und den Glauben ans eigene Produkt sind Gründer weltweit gleich. Um das zu erleben, muss man tatsächlich nicht nach San Francisco fahren.

Und wo geht’s als nächstes für Sie hin?

Unsere nächste Startup-Tour geht noch im März nach Chicago, im April werden wir Startups in London und Berlin besuchen.