Bei dem Stichwort Barrierefreiheit, denkt man in erster Linie an die Bordsteinkante, die für Menschen im Rollstuhl nahezu unüberwindbar ist. Es gibt jedoch noch viele weitere Barrieren in unserem Alltag wie zum Beispiel in der Kommunikation. Homepages und Texte sind häufig zu komplex formuliert: 21 Millionen Menschen in Deutschland kommen laut einer Studie der Universität Hamburg da nicht mehr mit.

Laut der Studie können 40 Prozent der Menschen im arbeitsfähigen Alter nicht richtig lesen und schreiben. Unter diesen sind 300.000 Analphabeten und sieben Millionen funktionale Analphabeten. Sie haben Probleme längere Texte zu verstehen. In dem Integrationsunternehmen Capito Frankfurt werden Menschen mit Behinderung zu Experten in eigener Sache und übersetzen Texte in leicht verständliche Sprache.

Mit Sprache inkludieren

Fragebögen für Veranstaltungen, Bedienungsanleitungen für technische Geräte, Texte von Behörden und Ämtern, Internetseite, Arbeitsverträge, Fahrpläne und Anweisungen zum Arbeitsschutz: Alle Menschen sind darauf angewiesen, diese Informationen zu verstehen. In unserer Informationsgesellschaft ist es daher wichtig, eine leicht verständliche Sprache zu verwenden, um Menschen mit einer Lernbehinderung eine barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen.

Capito Frankfurt hat sich mit den Übersetzungen von Texten in leicht verständliche Sprache ein neues Geschäftsfeld erschlossen. „Wenn wir Inklusion wollen, müssen wir Zugänge schaffen – es sind Wählerinnen und Wähler, Nutzerinnen und Nutzer, Mieter, Kunden, an denen die Informationen sonst vorbei gehen“, so Claudia Fischer, Leiterin Beratung und Kommunikation.

Bekommt das Unternehmen Capito Frankfurt einen Auftrag, so wird der Text überarbeitet und geht dann als Prüfauftrag weiter. Es wird eine Prüfgruppe aus Menschen zusammengestellt, die der Adressatengruppe entspricht. Dabei wird sowohl auf Alter, thematische Ausrichtung, den Grad der Behinderung und das generelle Sprachverständnis geachtet.