Ein weiteres solches Projekt ist BeAble, das Workshops, Seminare und Schulungen der besonderen Art bietet. Hier treffen Chefs aus den Führungsetagen mit Menschen mit Behinderung zusammen. Unter Anleitung von Designvermittlern und Personalentwicklern werden kreative Ideen für neue Produkte entwickelt.

Für Gründerin Isabelle Dechamps eine eindeutige Win-Win-Situation: „Die Menschen mit Behinderung sind sehr ehrlich, offen und direkt im Kontakt. Die Mitarbeiter aus den Unternehmen ziehen viel aus den gemeinsamen Workshops mit anders befähigten Menschen und beschreiben, dass sie sich nachher ganz geerdet fühlen.“

Die Menschen mit Behinderung profitieren ebenfalls enorm von dem Angebot. Sie bekommen einen kreativen Raum, in dem ihre Vorschläge umgesetzt werden und sie sich als selbstwirksam erleben können. So erzählt Isabelle Dechamps von einer jungen Autistin, die bereits seit fünf Jahren an den Workshops teilnimmt: „Sie ist im Verlauf unserer Zusammenarbeit menschlich unglaublich gewachsen. Früher hat sie niemanden an sich herangelassen und war sehr verschlossen. Durch die Seminare ist sie viel offener geworden, kommuniziert viel und hat einfach mehr Teil am Leben.“

Teambuilding-Maßnahme mit Perspektivwechsel

Unternehmen schicken ihre Führungskräfte und Mitarbeiter als Schulungsmaßnahme zu den Kursen. Hier können die Führungskräfte ihren eigenen Führungsstil in einem anderen Kontext erfahren und das hat weitreichende Effekte: Die Inklusionsformate sind eine Teambuilding-Maßnahme, die einen Perspektivwechsel ermöglicht.

Die Teilnehmer entwickeln ihre Problemlösefähigkeit und ihr Prozessdenken weiter und nutzen Kreativität und aktives Innovationsstreben stärker aus. Das klare Ziel: Mehr Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Teams haben, lernen, Verantwortung zu übertragen, ein gestärktes menschliches Miteinander und insgesamt ein partizipativer Führungsstil.

In Integrationsunternehmen arbeiten Menschen mit und Menschen ohne Behinderung zusammen. Die Unternehmen sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständig und dem ersten Arbeitsmarkt zugehörig. Bei Capito Frankfurt sind Menschen mit Behinderung in Festanstellung und als Honorarkräfte tätig. Für die Beantragung von Zuschüssen für die Beschäftigung behinderter Menschen können sich Integrationsunternehmen an die Integrationsämter, die örtlichen Agenturen für Arbeit oder den Integrationsfachdienst vor Ort wenden.