Das Grazer Start-up hat sich in der Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen“ Media-Budget gesichert – und auch Runtastic-Gründer Florian Geschwandter überzeugt.

Was in Deutschland „Die Höhle der Löwen ist“, ist in Österreich „2 Minuten 2 Millionen“ – die mittlerweile sechste Staffel strahlt der zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörende Sender Puls 4 derzeit aus. Für Insta Communications hat sich Teilnahme sofort ausgezahlt: Das Grazer Healthtech-Start-up, das mit Instahelp eine Plattform für psychogische Online-Beratung anbietet, hat in der Sendung Juror Daniel Zech von 7 Ventures Austria überzeugt und sich so ein 1,5 Millionen schweres Media-Budget für TV-Werbung gesichert.

Seit der Aufzeichnung der gestern ausgestrahlten Sendung sind indes noch weitere Investoren hinzugekommen, wie Instahelp heute bekannt gab. Inklusive des Werbebudgets sei die Finanzierungsrunde drei Millionen Euro schwer. Neu beteiligt hat sich Runtastic-Chef Florian Gschwandtner. Geld kommt außerdem von einer Investmentgesellschaft der Motorsport-Unternehmer Toto Wollf und René Berger.

Die beiden letztgenannten sind auch Mitgesellschafter von Up to Eleven. Der von den Brüdern Martin und Jürgen Pansy betriebene Company Builder hatte Insta Communications gegründet. Bekanntestes Start-up der Grazer Firmenschmiede ist das Smarthome-Unternehmen Nuki, das auf Türschlösser spezialisiert ist.

Kontakt per Text- und Videochat

Instahelp bietet eine anonyme, psychologische Online-Beratung an. Kunden können mit Psychologen per Text und Video chatten. Seit dem 2015 wurden über die Plattform nach Angaben des Start-ups mehr als 20.000 Privatpersonen beraten. Krankenkassen übernehmen die Kosten dabei nicht. Parallel wendet sich Instahelp an Unternehmen, die den Dienst im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten. Zu den Firmenkunden zählen Trivago, Lidl und Renault.

Das frische Kapital will das Start-up nutzen, um die Plattform um weitere Angebote rund um die mentale Gesundheit zu erweitern. Auch eine schnellere Internationalisierung ist geplant. Die Online-Beratung ist bisher außer in Österreich, Deutschland und der Schweiz auch in Frankreich und Großbritannien verfügbar.

Auf telemedizinsiche Dienstleistungen haben sich auch in Deutschland mehrere Start-ups spezialisiert. Zu den Voreitern gehört Teleclinic. Das Münchener Start-up hatte mit seiner Plattform im November sieben Millionen Euro eingesammelt. Ein Treiber des Marktes in Deutschland ist die Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots.