Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Instagrid, Sebastian Berning und Andreas Sedlmayr, an. Ihr Start-up entwickelt Alternativen zu Dieselgeneratoren auf Baustellen. Wie urteilt Investorin Anja Rath?

Andreas, Sebastian, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bieten Profis leistungsfähige und mobile Energieaggregate, die mit Batterien laufen. Bisher müssen beispielsweise Baufirmen und Landschaftsgärtner schwere Benzin- oder Dieselaggregate mitschleppen, um Trennschleifer und anderes Gerät zu betreiben. Diese Aggregate verschmutzen die Umwelt, sind unkomfortabel und teuer. Eines unserer Geräte dagegen ist so klein wie eine Laptoptasche.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben in einem Konzern Elektrowerkzeuge für die Bauwirtschaft entwickelt. Da haben wir festgestellt, wie aufwendig es ist, mobile Arbeitsplätze mit Strom zu versorgen. Als wir dann in anderen Branchen nachfragten, fanden wir das Problem auch dort.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen die Geräte, die 2000 bis 3000 Euro kosten, im ersten Schritt unter den Marken großer Werkzeughersteller, über deren Vertriebsnetz. Später wollen wir auch unter unserer Marke verkaufen und vermieten.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir haben unsere eigenen Grundsätze: Wir sind integrativ, transparent und treten gegenüber Partnern auf Augenhöhe auf.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Super. Unser Team versammelt neun verschiedene Nationen, wir hatten schon ganz früh einen Standort in Finnland. Die Hälfte unserer Belegschaft ist weiblich, der älteste Mitarbeiter über 60 Jahre, der jüngste Mitte 20.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir entwickeln neue Technologie, da gibt es jeden Tag Herausforderungen. Und das Coronavirus wird sicher einige Hürden für uns bereithalten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann bieten wir eine Energieplattform an. Tausende zusammengeschaltete Einheiten werden beispielsweise Open-Air-Konzerte mit Strom versorgen.

Fakten zum Start-up

Kunden: Ein Vertragskunde, mit weiteren in Verhandlung. Gespräche mit europäischen Städten und Kommunen.
Finanzierung: Über zehn Millionen Euro Wagniskapital und Geld von Family Offices
Gründung: 2018 in Stuttgart
Mitarbeiter: Mehr als 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Der Markt ist riesig, das Produkt international ausrollbar. Allerdings ist Hardware für Start-ups immer eine Herausforderung, etwa bei der Finanzierung und Zertifizierung.“
Anja Rath, ist Managing Partner bei Cooperativa Venture und ehemalige Geschäftsführerin von Brandenburg Ventures, Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg

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