Tim Kahrmann, Leiter des Entrepreneurship Zentrums Witten, nutzt privat fast kein Instagram. Trotzdem weiß er um den Wert für junge Unternehmen, sich zu präsentieren. Auch Kahrmann rät, sich stärker auf die Interaktion zu konzentrieren als eine hohe Anzahl an Followern zu generieren. „Früher oder später wird Instagram auch Algorithmen einführen und diese werden Accounts abstrafen, die zwar viele, aber inaktive Follower haben.“

Laut Kahrmann ist Instagram vor allem gut für Produkte mit einer hohen emotionalen Ebene. Das Start-up Caregaroo kommt aus dem Bereich der Kinderbetreuung und Kinder seien bekanntlich ein hochemotionales Thema für Menschen.

Nachteile des Netzwerks seien, dass die Bilder und Videos sehr schnell im Feed der Nutzer verschwinden. „Die Folge, die Frequenz meiner Posts muss sehr hoch sein, was jedoch zu einer Reizüberflutung bei den Nutzern führen kann“, sagt der Experte. Zudem liege der Fokus klar auf den visuellen Aspekten, was die Nutzer dazu bewege, Beiträge schneller zu liken. „Wenn das eigene Produkt oder die Dienstleistung jedoch nicht relevant für die Zielgruppe ist, dann nutzen mir diese Likes und Follower wenig.“

Auch bei Mister Spex ist Instagram so beliebt, weil „es sich durch modische Produktpräsentationen auszeichnet, bei denen die Bildsprache im Vordergrund steht.“ Unter dem Hashtag #misterspexmoment finden sich übrigens 95 Beiträge, einige davon sind Urlaubsbilder von Mister Spex-Kunden.