„Leave your drone at home – Lass deine Drohne zuhause“, twittert die US-Flugaufsichtsbehörde FAA, die am Wochenende die Kirschblütenparade in Washington zur „#NoDroneZone“ erklärt hatte. In Kalifornien musste die Feuerwehr laut Medienberichten bereits Löschflüge abbrechen, weil zu viele private Flugkameras in der Luft waren. Schneller als die Europäer haben die Amerikaner daher auf den Boom reagiert und im vergangenen Dezember eine verpflichtende Registrierung für die Eigner von unbemannten Flugobjekten ab 250 Gramm Gewicht eingeführt.

Neben dem Privatvergnügen tausender Hobby-Piloten gilt die unbemannte Luftfahrt als zukunftsträchtiger Markt für kommerzielle Anwendungen. Konzerne wie Amazon, Walmart oder die Deutsche Post experimentieren mit Drohnen zur Warenauslieferung, Infrastrukturunternehmen wollen ihre Anlagen künftig aus der Luft kontrollieren. Die Lufthansa bietet sich über eine Tochter als Dienstleister an, wenn es beispielsweise darum geht, Betriebsgelände, Kraftwerke oder Windkraftanlagen per professionell ferngelenkter Kamera genau zu untersuchen.

Start-up überwacht Drohnen

Die Europäer haben das Problem zwar erkannt, stecken aber noch in der Bürokratie fest. So haben die EU-Verkehrskommissarin, der deutsche Verkehrsminister wie auch der Chef der Deutschen Flugsicherung ein Register für Drohnenpiloten befürwortet. Auch ein online abzulegender Führerschein ist angekündigt, was nach Erwartung der Experten immerhin zu einem Rückgang ungewollter Verletzungen der Schutzzonen rund um Flughäfen oder Menschenansammlungen führen würde.

Die Abwehr unerwünschter Flugobjekte ist auch angesichts möglicher Terroranschläge zu einem aussichtsreichen Geschäftsfeld geworden. So hat sich das Start-up Dedrone darauf spezialisiert, Drohnen in kritischen Zonen überhaupt erst einmal zu entdecken und dann Alarm auszulösen. „Wir können Drohnen von Vögeln unterscheiden“, sagt Sprecherin Friedrike Nielsen. Das Unternehmen aus Hessen sucht inzwischen auch mit einer Dependance in San Francisco nach Partnern, um die Drohnenabwehr zu organisieren.

Verantwortungsvolle Drohnen-Hersteller programmieren zudem in ihre Software gleich die Flugverbotszonen mit ein (Geo-Fencing), was sich allerdings längst nicht in jedem Gerät findet und auch von Kundigen abgeschaltet werden könnte. Ebenfalls wirksam und etwa bei politischen Gipfeltreffen erprobt sind Störsender, die Funk- und GPS-Signale der Drohnen zerhacken, allerdings auch zahlreiche andere Geräte negativ beeinflussen. Ein Dauereinsatz ist daher nur für wenige Orte vorstellbar, wie zum Beispiel rund um Gefängnisse.