Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Ready2plugin, Stephan Luckow und Marcus Vietzke, an. Ihr Start-up vernetzt erneuerbare Energien direkt mit dem Wohnungsstrom. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eineinhalb Minuten mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben eine Technik entwickelt, mit der Verbraucher sicher und legal Strom von ihrer Balkonsolaranlage, ihrem Kleinwindrad oder Blockkraftwerk in Steckdosen einspeisen können. Sie können ihn dann beispielsweise für den Fernseher und Wasserkocher nutzen. Bisher musste ein Elektriker die Anlage eigens anschließen,für etwa 600 Euro; andernfalls bestand Brandgefahr. Wir lösen das Problem per Software, die Hersteller in ihre Anlagen integrieren.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Als Solaranlagen auf Dächern populär wurden,wollte Marcus gern teilhaben an Trend und Entwicklung, aber er verfügte nur über einen Balkon. Kleine, an Steckdosen anschließbare Anlagen, sorgten bei Sicherheitsexperten für einen Aufschrei. Da haben wir uns des Problems angenommen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir wollen uns bald komplett über Lizenzeinnahmen aus unserer Software finanzieren. In der Zwischenzeit verdienen wir auch daran, dass wir etwa mit unserer Technik ausgestattete Solaranlagen an Großhändler vertreiben.

Eure Kultur ist:
 a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…offen und dazu entschlossen, dezentrale Stromversorgung sicher und erschwinglich zu machen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind noch ein sehr kleines Team aus drei männlichen Gründern und freien Mitarbeitern. Sobald wir einstellen, werden wir aber auf die Vielfalt achten.

Was war euer größter Rückschlag?
Es gab Solaranlagenanbieter, die sich nicht um die Sicherheit geschert haben. Das hat es uns schwer gemacht, die Technik zu etablieren.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sollen in Europa, Nordafrika, Nahost und Amerika unzählige Geräte mit unserer Technik ausgerüstet sein. Schon jetzt beraten wir Wirtschaftsministerien in Chile und Jordanien, wie sie sie ins Netz integrieren können.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2014 in Berlin
Kunden: Energiekonzerne, Stadtwerke, Nichtregierungsorganisationen
Finanzierung: Eigenmittel und Förderprogramme
Mitarbeiter: 3 Gründer und 7 freie Mitarbeiter

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Dezentrale Energieerzeugung ist ein interessantes Konzept. Der Zugang zum Kunden und die Technologie sind dennoch komplex und sicher nicht einfach zu knacken.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Prezels

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