Das ist eine Option unter vielen. Die genaue Konstellation müsse von Fall zu Fall entschieden werden, sagt Maximilian Karagöz. Der Geschäftsführer von Alton berät seit 12 Jahren Firmen, die auf dem US-amerikanischen Markt aktiv sein wollen. Mit seinen Kunden diskutiert er vor allem die Rechtsformen einer LLC und die Inc. „Der größte Unterschied ist die Besteuerung”, erklärt der 35-Jährige. Die LLC würde wie eine Personengesellschaft besteuert werden, was beispielsweise zu einem Problem führen könnte, wenn bereits eine deutsche Kapitalgesellschaft existiert. Steuern könnten dann doppelt anfallen. „Das ist ein Risikopunkt”, sagt Karagöz. „Wir raten deshalb meist davon ab”.

Überwiegend läuft es daher auf eine GmbH als deutschen Mutterkonzern und einer Inc. als amerikanische Tochter hinaus. „Die Kapitalgeber wünschen sich in der Regel, dass es eine ‚Delaware Inc‘ ist”, sagt Karagöz über die Wahl des US-amerikanischen Bundesstaat als Standort für die Registrierung. „Wenn etwas schiefläuft, kennen sie dort die Spielregeln”. Mit externer Beratung würde die reine Gründung in der Regel nicht länger als ein bis zwei Wochen dauern. Gründer müssen in den USA nicht einmal persönlich vorstellig werden. „Das ist alles elektronisch”, sagt Karagöz. „Deshalb geht das so schnell”.

Zumindest im Regelfall. Bei Abweichungen, beispielsweise dem Wunsch nach einer Niederlassung vor Ort, kann sich alles verzögern. Auch der Slock.it-Gründer Jentzsch widerspricht dem gängigen Klischee: „Ich war überrascht, wie bürokratisch die USA ist”, sagt er. „Nicht alles ist unkompliziert und billig”. Dass sich der Prozess über mehrere Monate hinzog, führt er jedoch auch auf das eigene Verschulden zurück. So mussten sie Unterlagen noch einmal überarbeitet und erneut einreichen.

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