Vier Mal im Jahr begleitet Andrea Diewald jeweils bis zu 15 Gründer auf eine Reise in die USA. Das Programm der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer führt die Unternehmer nach San Francisco, Boston und New York, wo sie auch die Chance bekommen, sich potenziellen Investoren vorzustellen.

Gerade wenn die ersten Finanzierungsrunden bereits hinter ihnen liegen und sie nach Millionenbeträgen lechzen, setzen sie große Hoffnungen in die Risikokapitalgeber: „Anschlussinvestitionen sind in Deutschland richtig schwierig zu bekommen“, erklärt Diewald. Doch auch in den USA sollten Gründer es den Investoren so leicht wie möglich machen – und sie nicht unbekannten Rechtsformen verschrecken. „Die Idee muss zum Geld kommen – und nicht das Geld zur Idee”, formuliert sie es.

Mit einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Unternehmergesellschaft (UG) könne man US-Investoren nicht kommen, pflichtet Jentzsch von Slock.it ihr bei. „Die haben oft noch nirgendwo anders investiert“. Auch Slock.it hatte frisches Geld nötig, um an ihren Blockchain-Lösungen zu arbeiten – einer umfassenden App für die Sharing-Economy beispielsweise und einem Abrechnungssystem für Ladesäulen von E-Autos.

Im Silicon Valley konnten sie einen prominenten Investor überzeugen, der bei der Bekanntgabe der Finanzierung im März 2017 seinen Namen allerdings noch nicht genannt sehen wollte. Um die zwei Millionen Dollar zu erhalten, gründete Jentzsch eine Inc. in den USA. Das noch in Sachsen registrierte Unternehmen soll von nun an als Tochterunternehmen weitergeführt werden.

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