Deutschlands Jungunternehmer noch zurückhaltend

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Wunschländern unter den Top Fünf: Nimmt man Gäste und Gastgeber zusammen, so kommen die meisten Teilnehmer aus Italien, dicht gefolgt von Spanien. Dahinter liegen die Briten und die Deutschen. Allerdings findet man die Unterschiede im Detail: Während aus Spanien und Italien vor allem Jungunternehmer ins Ausland gehen, sind in Deutschland die Gastgeber deutlich in der Mehrheit. Zum Vergleich: In Italien sind rund 65 Prozent der Teilnehmer Neugründer und in Spanien sind es etwas mehr als die Hälfte. In Deutschland hingegen sind es noch nicht einmal 30 Prozent.

„Start-ups in Deutschland schauen sich häufig erst den deutschen Markt an und wollen den zunächst erobern“, erklärt Hach. „Für sie ist es dann eine große Hürde den Schritt ins Ausland zu machen.“ Für die auslandserfahrenen Gründer hingegen sei es gefühlt einfach das nächste Projekt. Keine Angst vor dem Ausland zu haben, sei deshalb für Gründer, die mit Erasmus im Ausland waren, vielleicht einer der größten Vorteile.

„Ich habe immer das Gefühl, dass die Jungunternehmer in ihrer Zeit im Ausland merken, dass es verschiedene Perspektiven gibt an etwas heranzugehen und sie sehen dadurch auch neue Handlungsmöglichkeiten für ihre eigene Arbeit“, sagt Eva-Maria Kropp, Online-Coach bei Erasmus for Young Entrepreneurs. Sie begleitet die Jungunternehmer in Seminaren während ihres Austausches und spricht mit ihnen über Erfahrungen, Probleme und Chancen. „Neue Dinge auszuprobieren, neue Wege der Kundenakquise oder der Selbstdarstellung bringen die Jungunternehmer durch den Auslandsaufenthalt auf neue Ideen“, so Kropp.

Bei den deutschen Teilnehmern der UnternehmerTUM sind vor allem Gastunternehmen in Großbritannien – speziell in London – sehr beliebt. Aber auch Spanien und Skandinavien liegen weit vorne auf der Beliebtheitsskala. „Im Grunde waren Jungunternehmer aus Deutschland in fast allen europäischen Ländern im Austausch“, sagt Hach. „Die Entrepreneure wählen bestimmte Regionen, in denen es Spezialisten in ihren jeweiligen Branchen gibt.“