Die „Once-in-a-Lifetime-Chance“

Seit das Programm 2009 startete, bewarben sich rund 10.000 Gast- und Jungunternehmer, heißt es im Bericht des Eurochambres von November 2014. 60 Prozent davon waren Jungunternehmer, die ins Ausland reisen wollten. Drei Viertel der Bewerber konnten vermittelt werden. Auch wenn es keine Altersgrenzen gibt – weder für die Neugründer noch für die etablierten Unternehmer –waren fast 90 Prozent der Jungunternehmer unter 40 Jahren, bei den Gastgebern waren Dreiviertel jünger als 50. Frauen machten ein Drittel aller Teilnehmer aus.

„Für viele ist das diese Once-in-a-Lifetime-Chance“, beschreibt es Thomas Berger vom inter.research Institut für interdisziplinäre Forschung in Fulda. Mit dem Projekt OPEN EYE gehörte er zu den Ersten in Deutschland, die das Erasmus-Programm für Jungunternehmer organisierten und bekannt machten. „Die Menschen, die in dem Programm mitwirken, bringen für den internationalen Austausch einen Drive mit“, sagt Berger. Entweder waren sie schon im Ausland, haben selber einen Migrationshintergrund oder hatten bislang noch gar nicht die Gelegenheit, haben aber schon lange den Wunsch, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. „Bei den Teilnehmern sieht man dadurch so eine Dynamik und einen Spirit, den man unter das Motto ‚Die Welt erobern‘ stellen könnte.“

In einer globalisierten Welt finden sich Wettbewerber auf der ganzen Welt, weshalb jedes Start-up möglichst früh international denken sollte, sagt Erasmus-Stipendien-Koordinatorin Kate Hach. „Wer sein Unternehmen darauf auslegt, das es irgendwann einmal oder sogar von Anfang an auch ins Ausland expandiert, für den lohnt sich auf diesem Weg der Blick über die Landesgrenzen hinweg. Denn wer gleich raus geht, sieht ganz andere Möglichkeiten, die man aus der heimischen Perspektive so nicht wahrgenommen hätte.“ Sie ist Stipendien-Koordinatorin des „Erasmus for Young Entrepreneures“ bei der UnternemerTUM, dem größten universitätsnahen Gründerzentrums Europas – ein An-Institut der Technischen Universität München. Seit 2013 sind Hach und ihr Team die Vermittlung und Organisation des Erasmus-Programms bei der UnternehmerTUM zuständig. Seitdem wurden 52 Austausche organisiert – rund zehn sind aktuell in der Vorbereitungsphase.