Das belegen auch die Zahlen: Im Jahr 2014 investierten Kapitalgeber nach Angaben von CB Insights knapp 1,9 Milliarden Dollar in Edtech-Unternehmen – ein neuer Höchststand. Der Markt ist damit aber nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft: Das 2008 gegründete US-Edtech-Unternehmen Knewton beziffert den Wert der Industrie auf sieben Trillionen US-Dollar.

Trotz dieses Potenzials hat der Markt in Deutschland noch einen schweren Stand, nicht zuletzt, weil sich Bildung hierzulande in den einzelnen Bundesländern stark unterscheidet. „Es ist einer harter Job, in den Bildungsmarkt hier einzutreten“, sagt Sven Ripsas, Professor für Entrepreneurship an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, in seinem Vortrag. „Nur weil du erfolgreich in Baden-Württemberg bist, heißt das noch nicht, dass du auch in Sachsen erfolgreich sein wirst.“

Probleme bei der Finanzierung

Das Problem liegt auch in der Lehrerausbildung. „Wir hören häufig: ‚Wir würden Ihr Produkt gerne einsetzen, aber wir wissen nicht, wie“, sagt Julia Behrens, Projektmanagerin der Bertelsmann Stiftung. Das macht es gerade für Start-ups schwierig, Kunden zu gewinnen. Behrens fordert auf der Podiumsdiskussion auf der IFA daher, dass in der Aus- und Fortbildung der Lehrer mehr digitale Inhalte vorkommen.

Doch selbst wenn das passieren sollte, fehlt das Geld, merkt Klöpper an. Er kritisiert, dass Investoren Millionen in Lieferdienste und E-Commerce stecken, aber „für Innovationen, die einen mehrere Jahre langen Atem brauchen“, gebe es kaum Gelder. „Was wirkliche Innovationsthemen angeht, ist es besonders schwer, Finanzierung zu bekommen“, so der Gründer von Iversity, einer Plattform für Online-Kurse an Universitäten.