Abgesehen von dieser generellen Eigenschaft, welchen Eindruck machen Studenten aus Deutschlands bislang auf Sie und Ihre Kollegen?
Die deutschen Studenten sind ehrgeizig und zielstrebig. Sie können gut Risiken kalkulieren und ziehen ihre Ideen durch. Unsere iberoamerikanischen Studenten hingegen steuern oft Latino-Leidenschaft bei. Beides, Leidenschaft und wohlüberlegtes Handeln, ist für Gründer wichtig. So lernen die Studenten voneinander. Aus der DACH-Region stammen übrigens etwa zehn Prozent unserer Studenten.

Was motiviert Studenten aus dem deutschsprachigen Raum zu einem Studium am IE?
Zum einen ganz pragmatisch die Kürze: Alle Studiengänge sind sehr intensiv und dauern dafür nur zwischen zehn und 15 Monaten. Zum anderen, dass die Studiengänge sehr individuell gestaltbar sind. 40 Prozent des Studiums, manchmal sogar 80 Prozent, kann jeder Student mit Modulen freikombinieren. Wichtig ist sicher auch, dass die Professoren bei uns jeden Studenten persönlich kennen. Vor allem aber kommen Studenten zu uns, weil alles anwendungsbezogen ist. Viele wollen nach Bachelor oder Master in Deutschland weg vom Akademischen und an konkreten, eigenen Beispielen lernen. Das bekommen sie bei uns.

Als anwendungsbezogen gilt das IE hauptsächlich, weil es einen Schwerpunkt auf Entrepreneurship legt. Worin zeigt sich dieser Fokus konkret?
Das Thema Entrepreneurship zieht sich durch all unsere Studiengänge. Ein Modul gibt es mindestens. Denn Gründergeist ist nicht nur nützlich, wenn man sich selbständig macht, sondern auch wenn man ein Unternehmen verändern möchte. Zudem können die Studenten mit dem Start-up-Track Entrepreneurship als Schwerpunkt wählen.

Was genau machen die Studenten im Start-up-Track?
Wir haben auf dem Campus eine eigene Start-up-Area, in der Start-ups und Investoren ansässig sind und auch Alumni die Möglichkeit haben, ein Start-up aufzubauen. In dieser Atmosphäre eines Gründungszentrums lernen die Studenten verschiedene Entrepreneurship-Aspekte genauer kennen. Anschließend können sie mit Unterstützung von Mentoren selbst Ideen bis zur Pitching-Fähigkeit entwickeln und bei unseren Venture Days Investoren präsentieren. Vergangenes Jahr hatten wir zum Beispiel einen Venture Day für Musik in Berlin.