Das Start-up, im Jahr 2014 unter anderem vom heutigen Investor Felix Haas mitgegründet, ist nach eigenen Angaben insgesamt mit zehn Millionen Euro finanziert. Bezogen auf die große Mitarbeiterzahl wirkt das aktuelle Investment eher bescheiden. Laut Spiegelberg sei es aber vor allem notwendig gewesen, um das nun geplante Wachstum zu ermöglichen. Man hofft auf mehr Marktchancen durch immer größere Peer-to-Peer-Marktplätze, auf denen Privatleute Waren austauschen.

Mit breiter Brust geht IDnow auch in eine in wenigen Wochen anstehende Verfahrensrunde gegen den Konkurrent WebID. Die beiden Unternehmen streiten sich seit einigen Jahren vor Gerichten: Dabei geht es um die Fragen, ob IDnow ein umfassendes Patent für die Authentifzierung besitzt – und ob WebID dieses mit seinem Produkt verletzt.

Ende April mussten in der ersten Frage beide Parteien sowie die Deutsche Post, die das Patent ebenfalls anzweifelt, vor der Einspruchsabteilung des Europäischen Patentamts (hier geht es zum Patent) Stellung nehmen. WebID sprach im Anschluss in einer Pressemitteilung (hier geht es zum PDF) davon, eine „gravierende Einschränkung“ des IDnow-Patents erreicht zu haben. Spiegelberg dagegen sagt, dass es nur um geringe formale Anpassungen ging und sieht sich weiterhin im Recht.

Dieses Ergebnis will IDnow daher nun auch vor Gericht für sich nutzen. In wenigen Wochen steht ein Patentverletzungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf an: „Wir haben ein durchsetzbares Patent und wir werden das vor Gericht testen“, sagt Spiegelberg im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.