Das zeigt auch eine Studie der Kfw-Bankengruppe, die sich mit dem Gründungsprozess deutscher Unternehmen beschäftigt hat. Rund die Hälfte aller Gründungsvorhaben werde laut der Studie gar nicht erst umgesetzt. Nur jeder Dritte der rund 50.000 Befragten aus der Studie kann sich überhaupt vorstellen zu gründen. Grund sei dafür aber nicht die fehlende Finanzierung oder ein schlechter Businessplan, sondern der Zweifel an der eigenen Idee. Meist werden die eigenen fachlichen Kenntnisse unterschätzt. Das Selbstvertrauen fehlt und der Mut, es einfach auszuprobieren.

Um herauszufinden, ob die Teilnehmer wirklich das haben, was die Organisatoren Gründergeist nennen, führen Eberhardt und seine Kollegen – alles überzeugte Selbstständige um die 30 Jahre – Gespräche mit den Gründungswilligen. Auch mit Kollmann. Bei ihr ist schnell klar, dass ihre Idee nicht nur eine Marktlücke mit Profitversprechen ist, sondern Herzensangelegenheit.

 Eine Art E-Praxis für bessere Behandlung

Ursprünglich kommt Kollmann aus der Bankenwelt,  mittlerweile arbeitet sie seit mehr als zehn Jahren im Gesundheitswesen. Sie  hat Praxen gemanagt und versteht sehr gut, die wirtschaftlichen und persönlichen Belange der Ärzte und ihrer teams sowie sonstiger Akteure im Gesundheitssystem aufzugreifen und hierfür Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Sie beobachtet und würdigt dafür Entwicklungen und Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems und  will nun ihre Beobachtungen aus den vergangenen Jahren in ein eigenes Unternehmen gießen.

Die Idee soll Ärzte und ihre Teams bei der Organisation ihres Alltags entlasten. Und damit steht den Medizinern wieder deutlich mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit zur Verfügung – die Behandlung der Patienten auf hohem Qualitätsniveau ohne Unterbrechungen durch Praxistelefon  und sonstige Störfaktoren.