In der App sollen Jäger ihre Revier markieren und verwalten können. Ein bekannter Company Builder steht hinter dem Projekt. Um den kleinen, aber wachsenden Markt ringen einige Anbieter.

Wo sind Hochstände und Futterstellen aufgestellt, wann wurden welche Tiere erlegt – und wo verlaufen die Grenzen des Reviers überhaupt? Die Zahl der Jägerinnen und Jäger nimmt stetig zu – und ihre Ausrüstung wird moderner. Auch das Smartphone gehört dazu. Und gleich mehrere Softwarehersteller und Start-ups wollen sich einen Platz auf dem Homescreen der Jäger sichern. Das Münchner Start-up Hunter & Co. mit seiner App „Jagdgefährte“ hat jetzt eine Anschubfinanzierung von mehreren Millionen Euro erhalten.

Das Geld stammt von einer Reihe von Investoren. Federführend ist der Münchener Company Builder Mantro. Die Zeit als ausgelagerte Innovationsberatung für andere Unternehmen will das Münchener Team mittlerweile komplett hinter sich gelassen haben, wie Mantro-Gründer Manfred Tropper in dieser Woche in einem Beitrag bei Linkedin beschrieben hat.

Seit einiger Zeit verdient das Unternehmen sein Geld damit, gezielt Start-ups für und mit Mittelständlern und Konzernen aufzubauen. Zu den Kunden gehören etwa der Energiekonzern EnBW oder Leuchtenhersteller Osram. So geht Mantro auch in diesem Fall stärker ins eigene Risiko. „Das Vertrauen der Investoren zeigt, dass es einen Markt für nachhaltige und organisierte Jagd gibt“, lässt sich Tropper in einer Pressemitteilung zitieren.

Attacke auf einen Nischenmarkt

Neben einigen ungenannten Gesellschaftern ist zudem der Schweizer Unternehmer Lorenz Frey-Hilti als Geldgeber und Co-Gründer mit dabei. Gemeinsam mit Markus Ortmann leitet er das insgesamt achtköpfige Team aus Produktdesignern und Entwicklern. Die Ambitionen der Gründer sind groß: „Wir wollen die bedeutenste App für Jägerinnen und Jäger werden und dieses Investment hilft dabei“, sagt Frey-Hilti.

Dabei gibt es trotz des vermeidlichen Nischenmarktes bereits eine ganze Reihe von Apps, die sich speziell an Jäger richten. Einige spezialisieren sich auf die Prüfungsvorbereitung oder die genaue Wettervorhersage – andere wie der „Jagdbegleiter“ oder die „Revierwelt“ treten bereits seit längerer Zeit mit demselben Produktversprechen an. Über den „geschlossenen Jagdablauf in einer App“ wolle man sich von der Konkurrenz absetzen, heißt es auf Nachfrage vom Hunter&Co.-Team.

Noch arbeitet das Münchener Start-up daran, das Produkt zu verfeinern und auszubauen. Die Nutzung ist bislang kostenlos. Ab Ende des Jahres wolle man durch eine kostenpflichtige Version auch Umsätze generieren. Zahlende Nutzer sollen dann ihr Revier individueller verwalten können. Auf ein ähnliches Modell – einen kostenpflichtigen Download und zusätzliche Abogebühren – setzen auch die anderen Jagd-Apps.