Löwe Carsten Maschmeyer ist ein begeisterter Hobby-Gärtner, hat sich aber dennoch gegen ein Investment entschieden. Wo hätten Sie ihrerseits bessere Überzeugungsarbeit leisten müssen?
Carsten Maschmeyer glaubte, dass man unsere Pflanzen genauso gut im Baumarkt kaufen kann. Das zeugt davon, dass wichtige Säulen unserer Geschäftsidee nicht verstanden wurden. Die erste Säule bilden Designprodukte mit Pflanzen, z.B. unsere Luftpflanzen auf Holz- oder Betonsockeln. Die zweite Säule bilden Pflanzen im Rundum-sorglos-Paket. Abgerundet werden beide Produktlinien mit dem Evrgreen-Service, d.h. unsere Kunden haben vor, während und nach dem Kauf die Möglichkeit diesen in Anspruch zu nehmen und sich beraten zu lassen. Diese Kombination von Produkt und Service erhalten sie definitiv in keinem Baumarkt. Zudem werden unsere Pflanzen direkt aus der Gärtnerei oder der Baumschule versendet. Das heißt, die Pflanzen verfügen nicht nur über eine hohe Qualität, sondern auch den größtmöglichen Frischegrad und werden bis zum Versand an den  Endkunden professionell versorgt. Vielleicht konnten wir das in der Kürze des Pitches nicht so kommunizieren, dass es für einen begeisterten Hobby-Gärtner nachvollziehbar war.

Wie ist es nach der Sendung weiter gegangen? Gibt es andere potenzielle Investoren?
Wir haben uns bisher nicht um weitere Investoren bemüht, sondern uns um unsere Kernaufgaben gekümmert. Grundsätzlich liegen wir gerade auf einem guten Kurs. Wir werden dieses Jahr unsere Wachstumsziele übertreffen und sind seit Anfang des Jahres auf Break-even-Kurs. Eine Finanzspritze der Löwen wäre für uns nochmal ein super Kicker in diesem Jahr gewesen, um notwendige Investitionen für das zukünftige Wachstum zu realisieren. Wir können das aber auch aus eigener Kraft schaffen. Aber wer weiß – da die Sendung ja gerade erst ausgestrahlt wurde, ist natürlich noch alles möglich.

Investment oder nicht – die Teilnahme an der Höhle der Löwen ist für viele Unternehmen auch kostenlose Werbung. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Wir geben seit zwei Jahren jeden Tag Vollgas, um unsere Ideen und Vorhaben zu realisieren. Letztlich sollte man als Unternehmer immer darauf vorbereitet sein, dass die eigene Idee durch die Decke geht. Uns war klar, dass wir unsere Kapazitäten in jeder Hinsicht erweitern müssen, wenn wir die Werbeeffekte der Sendung nutzen möchten. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und dabei auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz früherer Teilnehmer zurückgreifen können. Für uns geht es vor allem um die schnellstmögliche Auslieferung von Bestellungen in gewohnter Evrgreen-Qualität nach der Sendung. Dazu mussten wir vorproduzieren, neue Produkte in den Shop integrieren, aber auch unsere After-Sales-Prozesse noch einmal unter die Lupe nehmen. 

Wie wird es für Sie und Evrgreen jetzt weiter gehen? Liegt die anvisierte Expansion erstmal auf Eis?
Wir konzentrieren uns darauf unsere Ziele auch ohne Deal zu erreichen und Evrgreen zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen aufzubauen. Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass wir uns vor allem auf die Dinge fokussieren müssen, die in unserem Einflussbereich liegen. Das heißt, ob wir einen Deal bekommen, war immer zweitrangig bzw. der Erfolg von Evrgreen war davon unberührt. Unsere Entwicklung wird jetzt etwas länger dauern, da wir die dafür notwendigen finanziellen Mittel aus dem Cash Flow generieren werden. Wir sind davon überzeugt, dass wir all unsere Vorhaben umsetzen können und werden.