Nicht viele Themen haben die Woche so dominiert wie die Höhle der Löwen. Dabei gab es wieder Finanzierungsrunden bei deutschen Start-ups.

Das bestimmende Thema der deutschen Start-up-Szene markierte in dieser Woche der Beginn der Ausstrahlung der zweiten Staffel der „Höhle der Löwen“. Und dass sich nicht nur Gründer dafür interessierten, zeigen die Fernsehquoten. Den Staffelstart wollten 1,92 Millionen Zuschauer sehen – und das trotz einer starken Fußball-Konkurrenz. Für die kommende Woche dürfte mit noch mehr Zuschauern zu rechnen sein. Die zweite Staffel will dabei an den Überraschungserfolg der ersten anknüpfen: „Wie jedes Start-up haben wir beim ersten Mal verdammt viele Fehler gemacht“, sagt Frank Thelen im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. So gab es zu viele Ideen, die zu wenig technologiegetrieben waren, stattdessen wurden irgendwelche Aufkleber für High-Heels präsentiert.

Fast wöchentlich vermeldet die deutsche Start-up-Szene Übernahmen: Der Medienkonzern ProSiebenSat1, der in diesem Jahr schon mehrere namhafte Start-ups wie Amorelie und Flaconi übernommen hat, erwarb in dieser Woche 20 Prozent an Myticket. Es war der erste Deal in der neuen Kooperation mit dem Konkurrenten Axel Springer, der sich den gleichen Anteil an dem Start-up gesichert hat. Myticket verkauft Eintrittskarten für Konzerte und andere Veranstaltungen. 18 Millionen Euro soll der Deal wert gewesen sein. Die Frankfurter erhalten dafür Werbeleistungen.

Unterdessen hat der Online-Optiker MyOptique das Kieler Unternehmen 4Care übernommen – und damit seine Einkaufstour fortgesetzt. Erst im Februar hatten die Briten Netzoptiker gekauft, das zu Rocket Internet gehörte und damals Insolvenz anmelden musste.

Die WirtschaftsWoche vermeldete in dieser Woche den Konzernumbau von Rocket Internet: Die Berliner Start-up-Schmiede will mehrere Beteiligungen an die Börse bringen – darunter Home24, Delivery Hero und Hellofresh. Das verändert den Konzern von Grund auf.
Außerdem heißt es, dass Samwer bei Investoren Geld für den Aufbau eines unternehmenseigenen Beteiligungsfonds einsammle. Damit bewegt sich Rocket weg vom klassischen Start-up-Inkubator hin zu einer Art Holding für digitale Geschäftsmodelle.
Der Gründer des Berliner-Start-ups 6Wunderkinder und Seriengründer Frank Thelen haben in das Fintech-Start-up Outbank investiert. Das Dachauer Start-up hat eine der beliebtesten FinTech-Applikationen Deutschlands entwickelt. Rund zwei Millionen Mal wurde die Outbank-App nach eigenen Angaben bisher heruntergeladen. Die beiden Gründer übernehmen 30 Prozent an dem Start-up. In einer neuen Finanzierungsrunde erhält auch das Berliner-Start-up Mobilejob einen sechstelligen Betrag. Das Funding steigt damit auf mehr als eine Million Euro. Einen sechstelligen Betrag hat in dieser Woche auch das Software-Start-up Pixxio eingesammelt. Sie haben sich dabei ganz bewusst für den Standort Mühldorf am Inn, 70 Kilometer östlich von München, entschieden. „Hier gibt es vielleicht nicht viele andere Start-ups, dafür aber viele interessante, mittelständische Kunden“, meinen die drei Gründer Richard Michel, Christoph Trautbeck und Andreas Gölkel.
Und zum Schluss noch einmal zurück zur „Höhle der Löwen“: Mit den Worten„Das Konzept ist verrückt und dumm” und „Das Geld wird verbrennen”, kritisierten die Juroren von „Der Höhle der Löwen“ am Dienstag das Konzept von Sixtyone Minutes. Dem Unternehmen hat es gut getan: 13.000 neue Anmeldungen konnte das Unternehmen seit der Ausstrahlung verbuchen – und unzählige neue Anfragen, die noch nicht bearbeitet werden konnten.