Unerfahrene Gründer können sich Hilfe holen – zum Beispiel bei Mentoring-Programmen. Sieben Angebote im Überblick.

Von Hanna Decker

Eine gute Idee, Motivation und Tatendrang sind grundsätzliche Voraussetzungen dafür, ein Start-up zu gründen. Aber darüber hinaus müssen Gründer in der Anfangsphase viele schwierige Entscheidungen treffen: Wie sichere ich die Finanzierung? Wie erschließe ich mir einen Kundenstamm? Welche Marketingstrategie ist die richtige?

Dabei können Gründer von den Tipps erfahrener Kollegen profitieren. Deshalb bieten Gründungszentren und Netzwerke Mentoring-Programme an – und das sogar oft kostenlos, denn die Mentorinnen und Mentoren arbeiten meist ehrenamtlich.

Die einzelnen Programme sprechen oft nur eine bestimmte Zielgruppe an, beispielsweise in einer bestimmten Region oder Branche. Sieben Mentoring-Programme im Überblick.

UnternehmerTUM

Zielgruppe: Studierende und Forscher der TU München, die kurz vor der Gründung stehen, können sich mit einem Exposé bewerben.

Dauer und Kosten: Die Teilnahme dauert bis zu 18 Monate und ist kostenlos.

Ablauf: Die unternehmerisch erfahrenen Mentoren begleiten die Mentees beim Markteintritt und bieten Hilfe beim Netzwerken und Aufbau von Partnerschaften.

Träger: Die UnternehmerTUM GmbH ist nach eigener Aussage eines der größten universitären Zentren für Gründung in Europa und bietet regelmäßig eigene Seminare, Vorlesungen und andere Programme an.

Profund Innovation

Zielgruppe: Studierende und Alumni der Freien Universität Berlin.

Dauer und Kosten: Das Programm läuft über ein Jahr lang und ist kostenlos.

Ablauf: Über ein „Speed Dating“ finden sich Mentoren und Mentees. Es soll mindestens vier persönliche Treffen geben und einen Austausch per Mail.

Träger: Profund Innovation ist eine Einrichtung der Freien Universität Berlin und bietet nicht nur Mentoringprogramme, sondern auch Hilfe bei der Akquise von Gründungskapital.

CyberForum

Zielgruppe: IT- und Hightech-Start-ups aus der Region Karlsruhe, die bereits ein konkretes Geschäftsmodell haben.

Dauer und Kosten: Das für Mitglieder kostenlose Programm dauert in der Regel sechs Monate, ist aber verlängerbar, wenn das beide Seiten wünschen.

Ablauf: Mentor und Start-up halten in einer schriftlichen Vereinbarung Ziele und Umfang der Partnerschaft fest. Einige Mentoren bieten nicht nur ihr Wissen an, sondern investieren auch als Business Angel in ihre Mentees.

Träger: Cyberforum ist ein Zusammenschluss von IT-Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Region Karlsruhe. Der Verein organisiert Veranstaltungen, vermittelt Fachkräfte und vertritt die Interessen der Branche.

Push up (Gründerinnenzentrale)

Zielgruppe: Berlinerinnen, die einen Businessplan erarbeitet oder innerhalb der vergangenen zwei Jahre gegründet haben.

Dauer und Kosten: Das Programm läuft mindestens ein halbes Jahr. Frauen, die nicht Mitglied der Genossenschaft WeiberWirtschaft sind, zahlen einmalig 133 Euro Gebühr.

Ablauf: Eine Jury sucht die Mentees aus. Diese bekommen eine Ansprechpartnerin zur Seite gestellt.

Träger: Die Gründerinnenzentrale ist Teil der Genossenschaft WeiberWirtschaft mit Sitz in Berlin. Sie vernetzt Gründerinnen, vermietet aber auch Büros.

Mentor Lane

Zielgruppe: Gründungswillige, die bereit sind, für Mentoring zu zahlen.

Dauer und Kosten: Mentees zahlen ein halbes Jahr lang 120 Euro pro Monat.

Ablauf: Mentor Lane wirbt damit, die Persönlichkeit des Mentees genau zu prüfen und per Scoring-System einen genau passenden Mentor zu finden. Hinzu kommen Netzwerkveranstaltungen.

Träger: Mentor Lane ist selbst ein noch junges Start-up aus Frankfurt, das kostenpflichtige Mentoringprogramme für Berufseinsteiger, Berufstätige und Gründer anbietet.

biz4d

Zielgruppe: Gründungswillige, die bereit sind, für ein Mentoring-Programm zu zahlen.

Dauer und Kosten: Das Programm läuft ein Jahr lang. Mentees zahlen 79 Euro pro Monat.

Ablauf: Über ein Jahr lang gibt es monatliche Treffen zwischen Mentor und Mentee. Biz4d wirbt mit ebenfalls mit einem Matching-System.

Träger: Biz4d ist ein Unternehmen aus Frankfurt, gegründet von Eleonore Wall.

Wissensfabrik

Zielgruppe: An alle interessierten Start-ups.

Dauer und Kosten: Der Zeitraum wird zwischen Mentor und Mentee festgelegt, in der Regel zwei bis drei Jahre. Das Programm ist kostenlos.

Ablauf: Die Wissensfabrik sucht nach der Bewerbung des Mentees einen Mentor. Diese vereinbaren Ziel und Umfang der Zusammenarbeit.

Träger: Die Wissensfabrik Deutschland ist ein Zusammenschluss von etwa 120 Unternehmen und unternehmensnahen Stiftungen, die Bildung und Unternehmertum fördern wollen.