Erst jetzt beginnen die drei 27-Jährigen langsam mit der Monetarisierung: So können Unternehmen seit Kurzem gegen Bezahlung Premium-Features bekommen, wie ihr Logo auf der Startseite der Portale oder die Nennung im Newsletter. Bisher nutzen acht Unternehmen die Premium-Variante und zahlen dafür je nach gewünschtem Umfang zwischen 200 Euro und 18000 Euro monatlich. Weitere Einnahmen erhoffen sich Näsemann, Bünau und Reinhard von Kooperationen mit Jobportalen. Einige hätten bereits angefragt. Demnächst soll es erste Gespräche geben, wie eine Kooperation genau aussehen könnte.

Ein nachhaltiges Geschäftsmodell?

Die Konkurrenten von Thesius haben ebenfalls ein Premiummodell eingeführt, stellen aber aktuell die Nutzung für Unternehmen generell auf Bezahlung um. Während Unternehmen das Portal anfangs kostenlos nutzen konnten, müssen sie nun 145 Euro pro Monat zahlen. Dafür erhalten sie eine „Flatrate“ und können so viele Themenvorschläge einstellen, wie sie möchten. Mit der Premiumvariante für 495 Euro können Unternehmen unter anderem ihre Themen hervorheben lassen und selbst nach Studierenden suchen.

Aktuell sind 70 Unternehmen angemeldet, aber weniger als 20 sind zahlende Kunden. Die Masse der Themen erklärt sich zum einen dadurch, dass auch Professoren und Lehrende ihre Themenideen einstellen (dies macht circa 45 Prozent der Ideen aus) und zum anderen dadurch, dass Thesius zusätzlich von sich aus kostenlosen Themenideen von Unternehmenshomepages verlinkt (ebenfalls 45 Prozent). Nur etwa zehn Prozent der Themen stammen von Unternehmen selbst. „In vielen kleinen Unternehmen ist unser Angebot erklärungsbedürftig“, sagt Thesius-Gründer Grupp. „Zum Beispiel ist Employer-Branding noch längst nicht allen ein Begriff und wir müssen den Unternehmen erst einmal die Angst nehmen, etwas auszuprobieren.“

Aktuell werden Website und das zehnköpfige Team vorrangig von einem Investor aus Rheinland-Pfalz getragen, der einen sechsstelligen Betrag investiert hat. „Die Frage für alle Portale ist, ob wir auf der Studierenden-Seite langfristig eine so große Reichweite erzielen, dass es ein nachhaltiges Geschäftsmodell werden kann“, meint Thesius-Gründer Dennis Albert.