Ein paar Beispiele: Ein Hersteller von Wälzlagern aus Ratingen hofft, dass ein Student oder eine Studentin sich mit der „Entwicklung einer zuverlässigen und sicheren Schnittstelle zwischen Smartphone und elektromechanischen Lenkung“ beschäftigt. Ein Healthcare-Unternehmen aus Erlangen möchte Hilfe bei der „Entwicklung von Simulationsmodellen und Algorithmen für die Toxizitätsvorhersage chemischer Moleküle“. Und ein Leverkusener Unternehmen sucht jemanden, der für den Aufbau eines neuen Standortes in Osteuropa die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert.

Etwa 400 Unternehmen nutzen die Portale derzeit; die meisten davon Mittelständler. „Gerade mittelständische Unternehmen sind ja meist eher unbekannt und Studierende schauen daher seltener auf den Unternehmenswebseiten nach Themenideen als bei Konzernen“, sagt Näsemann. Circa 2000 weitere Unternehmen inserieren zwar keine Themen, schauen sich aber gerne Themenvorschläge von Studierenden an. Näsemann und seine Mitgründer nehmen die Themenvorschläge entgegen und leiten sie an die Unternehmen weiter.

Thesius: Konkurrenz mit Mehrwert für Unternehmen

Rund 30 000 Bachelor- und 25 000 Masterstudierende besuchen die beiden Portale pro Monat, so die Portal-Betreiber. Die Hälfte komme aus den Ingenieurswissenschaften oder der Informatik, jeweils ein Sechstel aus den Naturwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften sowie aus anderen Fachbereichen. Wie viele Abschlussarbeiten schon vermittelt wurden, wissen die drei Gründer jedoch nicht. Denn die User werden direkt auf die Unternehmenswebseiten weitergeleitet.

Etwas anderes ist es bei der Konkurrenz von Thesius. Thesius ist 2014 als Vernetzungsportal für Doktoranden gestartet, versteht sich aber seit dem Frühjahr auch als Inserate-Portal für Abschlussarbeiten aller Art: von der Bachelorarbeit bis zur Habilitation. Auch Hochschulen beziehungsweise einzelne Professoren und Hochschulmitarbeiter können Themen für Abschlussarbeiten einstellen. Etwa 10 000 Themenideen sind online.