Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Heyfair, Robert Hellmundt, Alexander Döpel und Holger Wondraczek, an. Ihr Desinfektionsmittel lässt gereinigte Stellen kurz aufleuchten. Wie urteilt Investmentmanagerin Anja Rath?

Eine halbe Minute mit Investorin Anja Rath im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir machen Hygiene leicht überprüfbar. Mit unserem kurzzeitig sichtbaren Desinfektionsmittel kann  etwa ein Arzt direkt sehen, ob er sich die Hände richtig gereinigt hat. So lassen sich etwa Erreger, die Infektionen im Krankenhaus auslösen können, sicher abtöten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir hörten 2014 von dem Problem, dass Desinfektion oft nicht wirkt, weil Benutzer zu wenig von dem Mittel verwenden oder die Reinigung vergessen. Als Kommunikationsdesigner lag für uns nahe: Diese Fehler entstehen, weil niemand sehen kann, ob er seine Hände vollständig desinfiziert hat. Hier setzen wir an.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir haben eine Technik zum Patent angemeldet. Ihr Kern ist ein Naturfarbstoff, mit dem sich  marktübliche Mittel zeitweise einfärben lassen. Aktuell arbeiten wir an Kooperationen mit Herstellern  von Hygieneprodukten, die den Farbstoff einsetzen wollen. Geld verdienen wir über Lizenzeinnahmen und den Verkauf des Farbstoffs.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)… interdisziplinär wie bei Jazz-Musikern.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind ein bunt gemischtes Team aus jungen Frauen und Männern. Unsere Türen stehen offen für jeden Kreativen, der sich für benutzerfreundliche Hygieneprodukte begeistern kann.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir haben frustrierend langsame Behörden erlebt. So mussten wir private Kredite aufnehmen, um Rechnungen bezahlen zu können – weil das Amtsgericht statt weniger Tage glatt drei Monate braucht, um eine Kapitalerhöhung ins Handelsregister einzutragen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Jede hygienesensible Einrichtung in Deutschland, die etwas auf sich hält, sollte bis dahin in mindestens einem Bereich unser Produkt zur Desinfektion und Hygiene einsetzen.

Fakten zum Start-up

Kunden: 21 Unternehmen
Förderung: Staatliches Gründerstipendium
Gründung: September 2017 in Jena
Mitarbeiter: 6

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Die Geschäftsidee stiftet einen klaren Mehrwert. Hygiene ist ein großes Thema in vielen  medizinischen Bereichen. Allerdings ist eine gute Strategie zur Markteinführung wichtig, um den  Farbstoff als neuen Standard zu etablieren.“
Anja Rath, Managing Partner bei Cooperativa Venture und Exgeschäftsführerin von Brandenburg Ventures, dem Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg

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