Und was kommt bei den Umfragen heraus?
Die überwältigende Mehrheit sagt, dass wir eine ausgeprägte Start-up-Atmosphäre haben. Die Befragung zeigt, dass sich die Mitarbeiter ganz klar als Teil eines Start-ups verstehen, in dem sie agil arbeiten können und alle positiven Eigenschaften eines Start-up-Umfeldes vorherrschen.

Was zeichnet die Start-up-Kultur bei Heycar genau aus?
Die Art und Weise, wie wir ein Produkt entwickeln und launchen, ist relativ klar Start-up-Arbeitsweise. Wir organisieren unsere Projekte nach der Sprint-Methode und stellen unsere Planung innerhalb von zwei Wochen für die folgenden zwei Wochen auf. Wenn wir neue Funktionen testen, bauen wir ein sogenanntes Minimum Viable Product (MVP), das die Minimalanforderungen für einen Testlauf erfüllt. Das hält uns agil in der Produktentwicklung. Außerdem haben wir regelmäßig eine Innovationswoche für alle Mitarbeiter im Kalender stehen, etwa alle sieben Wochen. In der Zeit können die Teams Ideen und neue, spannende Technologien ausprobieren.

Wenn Sie an Neuerungen am Produkt arbeiten: Wie wollen Sie sich von den anderen Gebrauchtwagenportalen abheben?
Wir denken kunden- und nicht werbeorientiert, das heißt, wir wollen keine Anzeigen verkaufen sondern dem Kunden das bestmögliche Produkt und den besten Service bieten. Und dabei gleichzeitig Partner des Handels sein. Ab dem 1. Oktober führen wir daher ein Preismodell ein, das rein auf Erfolg abzielt. Wenn Händler aufgrund eines Kontakts über uns ein Auto verkaufen, bekommen wir eine Provision. Davon abgesehen ist das Portal für Käufer und Händler kostenfrei. Wir sind also darauf angewiesen, dass der Kunde am Ende zufrieden ein Auto kauft, sonst bekommen wir kein Geld. Bei Mobile.de und Autoscout24 reicht hingegen die reine Page Expression aus für den Erfolg, das heißt, dass eine Anzeige lediglich gesehen wird.

Wie wollen Sie Kunden dazu bringen, genau über Ihr Portal mit dem Händler Kontakt aufzunehmen?
Wir wollen den Kunden ausführlich informieren und ihn so gut wie möglich in die Lage versetzen, eine Kaufentscheidung zu treffen. Wir legen den Fokus auf Qualität und haben eine Kriterien-Liste, nach der die Autos geprüft werden und auch die Händler bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. Und es gibt bei uns kein gekauftes Listing, das heißt, die Händler bezahlen nicht für eine besonders prominente Platzierung wie bei den gängigen Autobörsen. Zudem wollen wir über Datenanalysen dem Kunden nur die Autos zeigen, die er wirklich sehen will.

Wie wollen Sie verhindern, dass Ihnen Provision durch die Lappen geht, weil sich der Kunde direkt beim Händler meldet?
Der Kunde muss schlussendlich zum Händler gehen, um sich das Auto anzusehen und es zu kaufen. Wir bieten bisher kein E-Commerce an, das heißt, der Kunde kann das Fahrzeug nicht über unsere Plattform direkt kaufen. Vielmehr leben wir vom Kontakt, den der Kunde über uns zum Händler aufbaut. Sollte sich der Kunde nur den Namen des Händlers notieren, verdienen wir kein Geld. Das ist letztlich das Geschäftsrisiko. Aber unser Ziel ist es, eine Beziehung zum Kunden aufzubauen, das unterscheidet Heycar von Mobile.de und Autoscout24. Wir sind davon überzeugt, dass der Kontakt über uns Vorteile hat. Der Kunde erhält zum Beispiel eine Garantie auf jedes über Heycar angebotene Fahrzeug. Daher sind wir uns sicher, dass am Ende das Produkt gewinnt, das sich am Kunden orientiert und ihm einen Mehrwert bietet.