Trotz der Prüfung wollen die Portale aber nicht für ihre Versprechen haften. In ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen schließen die Vermittler ausdrücklich die Garantie für eine ordentliche Dienstleistung und weitere Werbeversprechen aus. CleanAgents warnt sogar davor, dass man die Unterlagen der Bewerber nicht laufend prüfe und den Kunden deshalb juristische Probleme wegen Schwarzarbeit drohten. „Wer sicher gehen will, dass er nicht rückwirkend zu Sozialabgaben verpflichtet wird, sollte sich offiziell bestätigen lassen, dass seine Reinigungskraft selbstständig arbeitet“, rät die Stiftung Warentest.

Auch bei der Haftung kann es bei CleanAgents zu Problemen kommen. Auf Anfrage schreibt das Unternehmen zwar, dass die Putzkräfte volle Verantwortung bei eventuellen Schäden tragen und sich selbst versichern. Überprüft wird das aber allenfalls stichprobenartig. Im schlimmsten Fall putzt dann eine unversicherte Kraft den Haushalt, die eventuelle Schäden vielleicht nicht ersetzen kann. Bei Helpling und Book A Tiger sind die Putzhilfen immerhin über das Unternehmen haftpflichtversichert. Sie tragen dabei allerdings immer noch eine Selbstbeteiligung von 150 Euro beziehungsweise 200 Euro.

Rechtliche Unsicherheiten

Die Stiftung Warentest rät daher grundsätzlich von Putzvermittlern im Internet ab. Vor allem wegen rechtlicher Unsicherheit könne die Verbraucherorganisation keines der Portale empfehlen. Wer dennoch eine Putzkraft über das Portal engagieren möchte, sollte vorab das Kleingedruckte lesen und Angaben der Putzkräfte wie Gewerbeschein oder Aufenthaltsgenehmigung prüfen.

Die Portale jedoch wollen trotz Bedenken der Verbraucherschützer weiter expandieren. „Wir wollen, dass unsere Marke zum Inbegriff für die Buchung von geprüften Reinigungskräften wird“, verkündet Helpling-Chef Franke. In Übernahmen weiterer Wettbewerber sehe das Unternehmen allerdings keinen Sinn. „Wir wollen organisch wachsen“, sagt Franke.

Ähnlich selbstbewusst ist Book A Tiger. Das Berliner Unternehmen will Branchenprimus Helpling von der Pole Position verdrängen und selbst Marktführer in Deutschland, der Schweiz und Österreich werden. Bereits jetzt wächst das Unternehmen nach eigenen Angaben zwischen 35 und 40 Prozent im Monat. Trotz Optimismus weiß auch Chef Ritter, dass der Schwarzmarkt für Putzkräfte in Deutschland wohl nie ganz verschwinden werde. Doch schon in den kommenden Jahren werde jeder dritte Deutsche Putzhilfen online buchen. Davon ist er überzeugt.