Das Konzept der Online-Portale ist simpel: Auf der Internetseite wählt der Kunde, je nach Größe der Wohnung, die Putzdauer aus und bucht eventuelle Zusatzleistungen wie Backofen schrubben oder Kühlschrank reinigen. Anschließend gibt er den Termin und die Uhrzeit an und das Putzportal sucht eine geeignete Reinigungskraft, die zu diesem Zeitpunkt verfügbar ist. Wird eine Putzhilfe gefunden, erhält der Kunde eine Bestätigung und die Wohnung ist kurze Zeit später blitzblank, so das Versprechen der Portale.

Die Preise der Anbieter variieren dabei kaum. Branchenprimus Helpling ist seit einem Jahr in 75 deutschen Städten aktiv und vermittelt nach eigenen Angaben jede Woche mehrere Tausend Putzhilfen für Privathaushalte und kleine Büros. Eine Stunde kostet beim Marktführer 14,90 Euro. Gebucht werden muss mindesten 36 Stunden im Voraus.

80 Prozent für die Putzkraft, 20 Prozent für die Portale

Konkurrent Book A Tiger ist ebenfalls seit einem Jahr auf dem Markt und verlangt mit 15 Euro etwas mehr pro Stunde. Der Anbieter ist dafür in 150 Städten verfügbar, hinzu kommen rund 100 umliegende Ortschaften. Die Vorlaufzeit ist deshalb auch besonders abhängig von Tag und Ort des Einsatzes. „Wenn Sie Montagmorgen in Berlin jemanden für nachmittags buchen wollen, ist die Chance ziemlich groß, dass wir jemanden finden werden“, sagt Claude Ritter, Gründer des Portals.

Der kleinste Anbieter CleanAgents ist derzeit nur in 16 Städten tätig und berechnet pro Stunde zwischen 14 Euro und 15 Euro, je nach Zahlweise. Dafür verspricht er in großen Städten wie Berlin, dass Reinigungskräfte bis zu vier Stunden vor Einsatz gebucht werden können. In anderen Gegenden wiederum dauere es fast zwei Tage. Bei mehrmaliger Reinigung sinkt der Preis pro Stunde bei allen drei Anbietern übrigens um zwei Euro pro Stunde auf 12,90 Euro. Mindestens zwei Stunden müssen gebucht werden.

Die Reinigungskräfte erhalten, wenig überraschend, allerdings nicht den vollen Betrag. CleanAgents behält 15 Prozent des Auftragswertes für sich, Helpling und Book A Tiger verlangen sogar 20 Prozent Provision für die Vermittlung. Im Schnitt verdienen die Reinigungskräfte damit etwa 12 Euro brutto. Nicht sonderlich viel, Helpling-Gründer Benedikt Franke aber sagt: „Dadurch, dass die ersten 8354 Euro von der Einkommensteuer befreit sind, und Ausgaben wie Fahrtkosten sich am Jahresende von der Steuer absetzen lassen, liegt der Stunden-Betrag nach Abzügen immer noch auf dem Netto-Niveau des tariflichen Mindestlohns.“