Die Begründung für die Absage überrascht auch deshalb, weil sich auch seit dem 28. Oktober, dem Tag, an dem das Berliner Start-up seinen Börsengang ankündigte, keine nennenswerten Einbrüche bei den 30 größten deutschen Unternehmen abgezeichnet haben. Auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer, warum das Start-up seine Meinung so schnell wieder geändert hat, ließ Hellofresh lediglich ausrichten: „Hellofresh beobachtet die aktuelle Marktlage weiterhin und sieht sich bezüglich eines Börsengang in keiner Eile.“

Rocket-Aktie im Tiefflug

Einen möglichen Grund für die plötzliche Verschiebung liefert die Nachrichtenagentur Reuters: Sie berichtet mit Verweis auf Informanten, dass Investoren wegen der 2,6-Milliarden-Euro-Bewertung von Hellofresh skeptisch gewesen seien. Allerdings wirft das die Frage auf, wie sich ihre Meinung bis zum kommenden Jahr, in dem das Start-up einen erneuten Versuch wagen will, ändern soll.

Auch wenn die Gründe für die Absage im Argen liegen, lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Für Rocket Internet ist das Verschieben des Börsengangs gleich aus zweierlei Hinsicht ärgerlich. Zum einen bleiben alle neun Versprechen des Start-up-Inkubators vorerst nur Versprechen. Zum anderen merkt die Unternehmensschmiede die IPO-Absage auch am eigenen Kurs deutlich: Am Montagvormittag notierte das Papier gut sechs Prozent im Minus. Und das, nachdem der Börsenkurs bereits in den vergangenen Wochen massiv eingebrochen war. Ein guter Wochenstart sieht anders aus.