Auch die Bewertung von Hellofresh soll einigen potentiellen Investoren zu hoch gewesen sein. Was sagen Sie dazu?
Für Außenstehende ist diese Bewertung schwer zu beurteilen, weil wir als privat gehaltene Firma nur einen Bruchteil der Zahlen freigeben, die wirklich entscheidend sind. Ich kann nur so viel sagen: Die bisherigen Investoren haben nicht blauäugig investiert. Es gibt keine zu hohe oder zu niedrige Bewertung. Der Markt bestimmt sie.

Kritiker sagen, bei Hellofresh stehe kein Gegenwert zu der aktuellen Bewertung.
Das ist eine sehr rückwärtsgewandte Sicht. Jeder unserer Investoren hat in ein Konzept mit Zukunftschancen investiert. Der Zielmarkt ist billionenschwer. Das Potenzial einer Firma lässt sich nicht nur an Assets wie der eigenen Flieger-Flotte abmessen. Ein Unternehmen ist das wert, was es an Profit von jetzt bis in alle Ewigkeit abwirft. Und da sehe ich Hellofresh auf einem guten Weg.

„Noch nicht entschieden, wann wir auf Gewinn gehen“

Apropos Profit: Wann soll es in die schwarzen Zahlen gehen?
Wir haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, wann wir auf Profitabilität gehen. Wir haben erst kürzlich Kapital aufgenommen. Damit wollen wir jetzt erst einmal wachsen. Sobald wir uns mit ein bisschen weniger Wachstum zufrieden geben, können wir auch sehr schnell Profitabilität erreichen.

Wo steht Hellofresh in einem Jahr?
Wir glauben an das Potenzial des Essensmarktes. Ich kann noch keine offiziellen Zahlen nennen. Aber generell kann ich sagen, dass unser Produkt in einem Jahr noch sehr viel besser sein wird und dass wir immer größere Zielgruppen erreichen werden. Die Zeichen stehen jedenfalls auf starkem Wachstum.

Herr Richter, vielen Dank für das Gespräch.