Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Heat It, Lukas Liedtke, Stefan Hotz und Armin Meyer, an. Ihre Entwicklung kämpft mit digital angesteuerter Hitze gegen Schmerzen. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Unser Gerät behandelt Insektenstiche, und zwar nach dem wissenschaftlich nachgewiesenen Prinzip der Hyperthermie. Dazu schließt man es ans Smartphone, wählt in einer App Körperstelle und Insekt – Mücke etwa oder Wespe – und drückt das kleine Gerät auf den Stich. Die Hitze von 48 bis 56 Grad reguliert die Ausschüttung von Histamin. Sie wirkt wie lokales Fieber, zersetzt Eiweißgifte, und das Hirn nimmt Juckreiz danach kaum noch wahr.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir kannten den Trick mit dem erhitzten Löffel, den man auf einen Stich legt, sich dabei aber meist verbrennt. Im Studium kam uns dann die Idee, das per Smartphone zu lösen. Das kam bei Innovationswettbewerben so gut an, dass wir sogar einen internationalen Studenten-Contest in Hongkong gewonnen haben.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir starten im Juli eine Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion und zum Teil die Zulassung als Medizinprodukt zu finanzieren. Später soll das Gerät dann im Handel 30 Euro kosten.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sehen uns als passioniertes Ingenieurquartett. Als Hersteller eines Medizinprodukts sind wir aber auch perfektionistisch.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Momentan sind wir nur deutsch und männlich. Unser Team soll aber wachsen, dann wird sich das ändern, und es wird diverser.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir hatten monatelang mit einem Pharmakonzern über eine Übernahme verhandelt, was sehr zermürbend war. Wir hätten zu viel von unserem Gestaltungsspielraum eingebüßt, also mussten wir das am Ende abblasen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir wollen unser Produkt dann auf der ganzen Welt anbieten und die dabei gesammelten Daten nutzen, um Mückenplagen zu identifizieren, die dann besser bekämpft werden können.

Fakten zum Start-up

Kunden: Produkt noch nicht in der Fertigung, mehrere Handelsunternehmen haben aber bereits Interesse bekundet
Finanzierung: Gründerstipendium
Gründung: 2018, in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe
Mitarbeiter: 4

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Gechäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Idee ist wirklich pfiffig. Wie gut die Umsetzung gelingt und sich vor allem auch vor Kopien schützen lässt, bleibt abzuwarten.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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