Die Organisation von Standbau, Messekontakten und auch das Catering übernimmt die BWI. „Gerade auf sehr großen Messen wie der Cebit oder der Hannover Messe ist es für kleine Unternehmen meist schwieriger, Aufmerksamkeit zu erlangen. Auf unseren Gemeinschaftsständen sind insbesondere kleine Firmen deutlich sichtbarer“, sagt Birgit de Longueville vom BWI. „Den Namen eines neuen kleinen Unternehmens kennen die Messebesucher meist nicht, aber auf unserem Gemeinschaftsstand wissen sie, dass dort gute und innovative Firmen ausstellen – und dann besteht die Möglichkeit, dass sie dort auch auf ein unbekanntes Start-up zugehen.“

Ein Teilnehmer des BWI-Stands bei der Cebit 2015 war das Karlsruher Start-up Echobot. Sie hätten auch ohne Förderung einen Messestand gehabt, sagt Marketing-Chef Oliver Koch, allerdings hätte man dann hier und da abspecken müssen: „Wenn wir einen Stand komplett selber auf unsere eigenen Kosten machen, dann wären wir vielleicht nur einen begrenzten Zeitraum vor Ort, mit weniger Personal oder mit weniger Material.“ Bei einigen Gemeinschaftsständen, die Koch auf der Cebit besuchte, ist er sich sicher – ohne Förderung hätten viele Gründer keine Chance auszustellen: „Ich bin überzeugt, dass keines dieser Start-ups überhaupt die Möglichkeit gehabt hätte aus eigenen Geldmitteln heraus dort auszustellen oder überhaupt auf die Cebit zu gehen“

Länder bieten verschiedene Programme

Es lohnt sich für Start-ups also der Blick auf die Bundesförderung ebenso wie die aufs eigene Bundesland. Denn die meisten Länder bieten eigene Angebote, die sich häufig zwar nicht auf Start-ups konzentrieren, aber auch für diese förderlich sein können.

In Berlin beispielsweise heißt das Angebot, das für Start-ups interessant sein könnte seit April 2015 „Programm für Internationalisierung“. Dort werden kleinere und mittlere Unternehmen – kurz KMU – gefördert, zu denen auch Start-ups zählen. Bewerben können sich alle, deren Firmensitz in Berlin liegt und einem produzierenden Gewerbe oder einem produktionsnahen Dienstleistungsgewerbe angehören.

Die Investitionsbank Berlin (IBB) vergibt Förderungen von Ausstellungs- und Messeteilnahmen von bis zu 15.000 Euro – in Deutschland und international. Dabei bewilligte die IBB allein 2014 rund 200 Förderungen von KMU-Messebeteiligungen – „mit zunehmender Tendenz“, so Heinz-Joachim Mogge.

Wer sich als Start-up also in den Messerummel stürzen will, der sollte sich über die Förderangebote informieren – entweder beim Bundeswirtschaftsministerium, den Ländern oder der AUMA. Der Tipp vom Messeexperten: Erst die richtige Messe fürs eigene Produkt, dann die passende Förderung suchen, so Kötter. „Denn was nützt die schönste Förderung, wenn die Menschen auf der Messe sich für mein Produkt überhaupt nicht interessieren, weil ich die falsche Messe ausgewählt habe.“