Die meisten Gründer dürften zumeist aber nicht die Relevanz eines Messeauftritts hinterfragen, sondern dessen Kosten. Kaum ein junges Start-up hat das Geld so locker sitzen, um mal eben mehrere tausend Euro für eine Messepräsenz zahlen zu können. Denn es kommen einige Ausgaben zusammen, wie Standmiete, Werbematerial, Standdekoration, Hotelkosten – um nur einige zu nennen. „Um diese Kostenbelastung gerade zu Beginn nicht zu hoch werden zu lassen, ist eine Förderung sehr wichtig“, sagt AUMA-Sprecher Kötter. Und die gibt es auch: Sowohl der Bund als auch die Länder bieten verschiedene Finanzspritzen und auch Organisationshilfe.

Bund fördert innovative Ansätze

So fördert etwa das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seit 2007 die Teilnahme „junger und innovativer Unternehmen“ an ausgewählten internationalen Messen in Deutschland. Wer sich für das Programm bewirbt, bekommt Zuschüsse, wenn er auf einem Gemeinschaftsstand etwa des Messeveranstalters, einer Handelskammer oder eines Verbands ausstellt. Dieses Jahr stehen insgesamt 61 Messen auf der Liste des Förderprogramms. 2016 sind es schon 66 quer durch die Branchen: Bautechnik, Energiewirtschaft, Elektrotechnik, aber auch Maschinenbau, IT, Spielwaren und Möbel sind beispielsweise dabei.

Um gefördert zu werden, müssen die Start-ups bestimmte Kriterien erfüllen, die auf die meisten sowieso zutreffen: Ihr Produkt oder ihre Dienstleistung muss eine neue Entwicklung oder Verbesserung sein – innovativ eben. Außerdem muss das Unternehmen weniger als 50 Mitarbeiter haben, jünger als zehn Jahre alt sein und der Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro liegen.

Wer dann als Aussteller gefördert wird, bekommt 70 Prozent seiner Ausgaben bei einem Höchstbetrag von 7500 Euro für Standmiete und –bau zurück. „Das ist ein wichtiger Anreiz, denn sowohl der finanzielle als auch der organisatorische Aufwand ist erheblich. Viele Teilnehmer der Gemeinschaftsstände sagen uns, dass sie ohne das Programm diesen Schritt noch nicht gemacht hätten“, sagt AUMA-Sprecher Kötter.

Gemeinschaftsstand als bequeme Möglichkeit

Denn wer auf einem Gemeinschaftsstand ausstellt, der braucht sich keine Gedanken um den Aufbau zu machen. Teilnehmer auf diesen Präsentationsbühnen brauchen im Grunde nur Material und Mitarbeiter mitbringen – alles andere ist zum Messestart vor Ort vorhanden. „All das entlastet die Firmen auch auf der organisatorischen Seite – ein großer Vorteil besonders für die kleinen Unternehmen“, so Kötter.

Einen Platz auf dem Gemeinschaftsstand bietet auch die Baden-Württemberg International (BWI): Auf dem Bundesland-Messestand stellen regelmäßig kleine und junge Unternehmen aus. Sie zahlen anteilig ihren Obolus zur Standmiete und bekommen eine Standfläche zwischen fünf und 15 Quadratmetern.