Erwirtschaftet ein Start-up die ersten Überschüsse, sollte es dieses Geld langfristig im Unternehmen einplanen, Rücklagen bilden – und auf allzu schnelles Wachstum verzichten. Das kostet Liquidität. Wer nur wachsen will um des Wachsens willen, der hat schnell ein existenzielles Problem, wenn die Eigenkapitalrücklagen gering sind. Häufig haben Jungunternehmer nur den Umsatz und weniger den Ertrag im Fokus. Das kann schnell Liquiditätsprobleme auslösen.

Schlittert ein Start-up dennoch in die Insolvenz, muss das nicht das Ende sein. Im Gegenteil: Die Insolvenz kann sogar die unangenehmen Folgen einer finanziellen Katastrophe abwenden. Am Ende kann nämlich die Entschuldung des Unternehmens stehen, sodass ein Neuanfang gewagt werden kann. Voraussetzung ist, frühzeitig zu reagieren: Wer trotz Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens versäumt, begeht den Straftatbestand der Insolvenzverschleppung.

Bei all diesen Bedenken könnte man sich fragen: Lohnt Gründen überhaupt? Studien sagen ganz klar: Ja! Der Deutsche Startup-Monitor hat herausgefunden, dass Gründer deutlich zufriedener mit ihrer Lebenssituation sind als Angestellte. Selbst wenn das eigene Startup aufgegeben werden müsse, würden mehr als 80 Prozent weiterhin einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Zwei Drittel der Befragten würden sogar ein neues Start-up gründen. Gründer, die zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee auf den Markt treffen, haben große Chancen. Wer darüber hinaus alle Risiken stets im Blick behält und rechtzeitig handelt, wird auch langfristig erfolgreich sein.