15. September

Nach langer Vorbereitung liefern wir heute eine Sonderanfertigung eines unserer Geräte nach Hamburg aus. Unser neuer Kunde – ein international tätiger Maschinenbauer – hatte sehr spezifische Anforderungen an unser Gerät, das vor Ort in das Konfektionierungslager integriert wird. In diesem speziellen Fall haben wir nicht nur die Hardware stark angepasst, damit sie an der richtigen Stelle platziert werden kann, sondern haben auch eine Reihe von besonderen Software-Features entwickelt.

Aufbau und Inbetriebnahme laufen reibungslos, und das Gerät wird direkt an die Systeme des Kunden angebunden, so dass alle Daten nach Freigabe der Bilder automatisch in das System übertragen werden. So bringen wir ganz ungeplant auch gleich unsere erste kleine SAP-Integration hinter uns.

20. September

Heute sind wir im Berliner Büro von Microsoft: in einem intensiven Workshop prüfen wir – aufgeteilt in einen Technologie- und einen strategischen Teil – die Möglichkeit, unsere Systeme mittelfristig in Microsofts Cloud-Lösung Azure zu migrieren. Unsere momentane Infrastruktur ist zwar darauf ausgelegt, auch unter großer Last stabil und hochperformant zu funktionieren, aber ich möchte frühzeitig unsere Optionen für eine weiterreichende Skalierung prüfen.

Am Ende des Workshops steht die Erkenntnis, dass unsere Daten und Strukturen sich mit sehr viel weniger Aufwand in die Cloud migrieren lassen als wir angenommen hatten – ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause, denn die Skalierbarkeit unserer Systeme ist ein Thema, das mir in der Vergangenheit schon einige Kopfschmerzen bereitet hat.

Am Rande diskutieren wir darüber hinaus auch noch einen Haufen weiterer spannender Themen – ich persönlich bin unglaublich gespannt auf die Hololens, die in meinen Augen einen der vielversprechendsten Ansätze für die Sichtfeld-Integration von digitalen Inhalten darstellt. Und ich glaube nach wie vor, dass Augmented und Virtual Reality jenseits von 3D-Druck diejenige Technologie darstellen, die unser tägliches Leben in den kommenden Jahren am stärksten beeinflussen werden.

21. September

Heute verfasse ich mein letztes Gründertagebuch für die Wirtschaftswoche! Ich kann kaum glauben, dass es schon fast genau ein Jahr her ist, dass ich selbst den Preis im Rahmen der Neumacher Konferenz in Hamburg entgegen nehmen durfte. Es ist ein intensives, bewegendes Jahr gewesen: ein Jahr voller spannender Begegnungen, intensiver Konflikte, tiefer Frustration und großartiger Erfolge – und all das oft innerhalb von nur wenigen Stunden.

Das Gründen wird nicht umsonst so oft als emotionale Achterbahnfahrt beschrieben… Aber genau das ist es, was für mich den größten Reiz daran ausmacht. Denn es gibt nicht einen einzigen Tag der vergangenen zwölf Monaten, an dem ich mich auch nur eine Minute gelangweilt hätte. Und ich bin schon sehr gespannt, wer in ein paar Wochen den Neumacher Award 2015 entgegen nehmen wird!

Als Gewinnerin des letzten Jahrs bin ich dieses Jahr in der Jury und habe mich voller Spannung durch die Bewerbungsunterlagen gearbeitet; was mich vor allem beeindruckt hat, ist die Bandbreite von verschiedenen Projekten. Insbesondere freut es mich, so viele durchdachte, innovative Ansätze für die Industrie zu sehen, denn naturgemäß habe ich einen starken persönlichen Bezug zu B2B-Projekten. Und der Mittelstand in Deutschland kann massiv von den Innovationen der Startup-Szene profitieren. Wie gesagt: ich bin gespannt!

Alle Folgen des Gründertagebuchs finden Sie hier.