Bei „Start Up!“ soll das anders werden. Hier stellen sich zu Beginn 35 Personen der Jury bestehend aus Maschmeyer, Junique.de-Gründerin Lea Lange und Maschmeyers Vertrautem und Geschäftsführer der Maschmeyer Group, Dr. Klaus Schieble, vor. Ihre Ideen stehen noch am Anfang, manche können zumindest schon einen ersten Prototypen präsentieren. „Hier kann ich viel mehr, viel stärker zeigen, was Gründen alles bedeutet, wie vielschichtig Gründen ist, woran alles scheitern kann, worauf alles ankommt“, sagte Maschmeyer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Jury wählt dann 14 Unternehmen für die nächste Runde aus, die besten Kandidaten werden acht Wochen lang von Maschmeyer und Co. begleitet. Das Konzept erinnert an die Topmodel-Suche von Heidi Klum: Auch Maschmeyer lässt die Kandidaten sogenannte Challenges bestehen und bittet am Ende jeder Folge zum „Zeugnisgespräch“, bei dem der Rauswurf droht. Mit dem Gewinner gründet Maschmeyer ein Unternehmen und investiert eine Million Euro.

Der Zuschauer kann also bei „Start Up!“ keine komplett neuen Produkte bestaunen und diese schnell online bestellen, sondern geht mit Menschen auf die Reise hin zu diesem Produkt. Maschmeyer versteht das neue Format als „Fortbildungsunterricht für alle Menschen, die sich verbessern wollen“. Die „Start Up!“-Kandidaten müssen unter anderem Gehälter verhandeln, Führungsstärke zeigen und ihre Mitarbeiter motivieren. Besonders bei diesen Episoden rechnet Maschmeyer mit großem Publikumsinteresse.

Nicht mehr als Fantasien

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es Zweifel daran, dass Zuschauer ihre Situation mit solchen Jury-Tipps wirklich verbessern können. „Fernsehen bietet erst einmal nur Fantasien“, sagt Maya Götz vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Götz hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Castingshows auseinandergesetzt.

Der Reiz dieser Formate liege vor allem in der Möglichkeit, die Entwicklung von Menschen zu beobachten, sie zu bewundern oder auch über sie zu lästern. Außerdem lerne man, Leistungen zu beurteilen. Götz betont, dass der Zuschauer zwar wahrnehme, was gut ist und was schlecht und wie eine Jury beurteilt. „Der Schritt, das wirklich für sich selbst umzusetzen, ist aber noch einmal etwas ganz anderes.“ dpa