Welche Rolle spielte Risikobereitschaft beim Gründen?
Etwas Großes kann nur entstehen, wenn man neue Wege beschreitet. Das ist natürlich riskant. Dieses Risiko darf aber nicht mit Naivität oder Blindheit verwechselt werden. Im Gegenteil: Ein erfolgreicher Entrepreneur reflektiert seine Fortschritte permanent kritisch und passt seine Handlung regelmäßig daran an.  Aber eine absolute Sicherheit wird es nie geben. Das gehört dazu.

Sind Deutsche vorsichtiger beim Thema Gründen?
Auf jeden Fall. An der Universität Stanford in den USA gehört es beispielsweise zum guten Ton, zu gründen. Jeder dritte Student startet dort noch an der Hochschule ein Unternehmen. An unserer Universität in Braunschweig gehört es noch hingegen zum guten Ton, bei Volkswagen anzufangen. Die Gründungkultur ist in Deutschland immer noch sehr viel schwächer entwickelt als in anderen Ländern.

Was müsste sich in Deutschland denn verändern?
Wir brauchen eine Kultur, in der die Menschen Freude daran haben, etwas zu wagen. In Deutschland arbeitet man gerne mit Checklisten. Das ist aber ein Fehler. Universitäten sollten die Träume der Studenten wecken und nicht nur ihre Köpfe ansprechen. Die Samwer-Brüder waren dafür wichtige Wegbereiter, weil sie immer wieder neue Wege gegangen sind.

Kann man der perfekte Gründer sein und trotzdem scheitern?
Bei einer Gründung gibt es drei Aspekte, die ineinander greifen: Am wichtigsten ist die Überzeugung und der Glaube an Idee. Aber auch Geschäftsmodell und Finanzierung sind natürlich wichtig. Wenn die nicht stimmen, kann auch der beste Gründer nicht erfolgreich sein.

Herr Asghari, vielen Dank für das Gespräch.