Doch anders als Shazam können Greta & Starks offline genutzt werden – im Kino sei schließlich oft kein Empfang. Nutzer laden sich die Daten vorab runter, 100 Filme sind aktuell im Programm. Wie die Gründer Geld verdienen wollen? Sie hoffen auf den Filmverleih, eine traditionelle Branche.

Millionen Nutzer als Potenzial

Beide Gründer arbeiteten für Verleiher – also für die Lieferanten der Kinos. Ihnen versprechen sie bis zu neun Millionen neue Kunden. So viele deutschsprachige Bürger könnten nicht in gewöhnliche Kinos gehen, weil sie Seh- oder Hörschäden haben. Filmverleihern entgeht ein Geschäft – und sie sollen die Berliner Gründer beauftragen. „Für die Blinden und Gehörlosen ist es kostenlos, sie kaufen ja schon das Kinoticket“, sagt Schüpbach.

Ihr Plus als Gründer ist die Branchenerfahrung und ein über Jahre aufgebautes Netzwerk. Das schafft mehr Vertrauen, als es einem frisch aus dem Bachelor kommenden Programmierer entgegen schlägt.

Auch wenn Greta & Starks Apps gegründet 2014, erst 100 Filme im Angebot hat, denkt Schüpbach schon weiter. Im Sommer sollen weitere Sprachen hinzu kommen, um in mehr europäische Märkte vorzudringen. Auch der Zustrom an Flüchtlingen sei eine Chance. Denn kaum ein deutsches Kino biete Filme mit arabischen Untertiteln.

Games-Entwickler Johannes Kristmann (links) und Filmakademie-Absolvent Sebastian Mittag wollen zwei mediale Welten verbinden. (Foto: Jens Twiehaus)

Games-Entwickler Johannes Kristmann (links) und Filmakademie-Absolvent Sebastian Mittag wollen zwei mediale Welten verbinden.
(Foto: Jens Twiehaus)

Filme werden crossmediale Marken

Auch Sebastian Mittag und Johannes Kristmann verlängern Filme von der Leinwand aufs kleine Handy-Display. Der frühere Filmstudent Mittag und der Spiele-Entwickler Kristmann sind in doppelter Hinsicht Weiterdenker. Mittag will Filme mit der Welt digitaler Games verschmelzen, Kristmann andersherum die Games-Welt mit dem linearen Film. Dazu haben sie in Berlin-Kreuzberg ein Büro gegründet, das Kollektiv Saftladen, weil ihre Schreibtische in einer früheren Saftpresserei stehen.

Der Filmer Mittag und der Spieler Kristmann treffen sich geistig im Thema Storytelling. Beide haben Lust Geschichten zu erzählen – und sie wollen das auf möglichst vielen Wegen tun. „Die Amerikaner haben das schon verinnerlicht“, sagt Mittag, „die bauen Marken auf und nicht einfach nur einen Film.“ Das bedeutet: Filme sind Teil eines crossmedialen Universums.