Anders als Grota kommt Ex-Rocket-Mitarbeiter Christian Miele, heute Leiter der Expansion bei Kreditech, nicht um das Trinken herum. Die Frage, die er nicht beantworten will: „Wie viele Rocket-Aktien hältst du eigentlich noch?“ Der frühere Rocket-Manager, verkleidet im Schottenrock, versucht es mit einem diplomatischen „Das ist immer unterschiedlich, das ist ein vielschichtiger Bereich“, greift schließlich aber selbst zum Kölschglas.

„Vielleicht findet man hier einen Investoren“

Aus dem Publikum sind immer wieder „Trinken, trinken“-Rufe, wenn die Antworten als zu allgemein oder als zu langweilig erachtet werden; am Ende dürfen auch die Gäste Fragen an die Panelteilnehmer richten, der Schlagabtausch funktioniert, die Stimmung ist auf einem Höhepunkt. Zum Schluss stellt Bachem jedem Teilnehmer – inklusive sich selbst – Fragen, die derjenige auf keinen Fall beantworten will, damit alle noch einmal trinken müssen. Für Schumacher lautet diese zum Beispiel „Was zahlt dir Google für Ad Block Plus?“, für Miele „Wie viele Anteile hältst du an Kreditech?“.

„Das werden wir zur Tradition machen“, sagt der Organisator hinterher. Bei einer Wiederholung will er aber für mehr Kontext sorgen, damit nicht nur die Insider die Fragen verstehen.

Moderator Thomas Bachem, Business Angel Tim Schumacher, Kreditech-Manager Christian Miele, T-Venture-Mann Thomas Grota und Giant-Swarm-Gründer Oliver Thylmann spielen "Wahrheit oder Pflicht".  Foto: Lisa Hegemann

Moderator Thomas Bachem, Business Angel Tim Schumacher, Kreditech-Manager Christian Miele, T-Venture-Mann Thomas Grota und Giant-Swarm-Gründer Oliver Thylmann spielen „Wahrheit oder Pflicht“.
Foto: Lisa Hegemann

Nach dem Panel sind die Anwesenden noch zum Netzwerken eingeladen, doch auch hier unterscheiden sich die Motive: Christopher Haehner ist im Proll-Kostüm mit Vokuhila-Perücke und Goldkettchen erschienen. Zur Veranstaltung ist der Gründer nicht nur wegen der Karnevalsstimmung gekommen. Für seine App Jinger, die Fachkräften das Leben in Deutschland erklären soll, brauchen er und seine Mitstreiter Geld. Deshalb stand auch die Idee dahinter: „Vielleicht findet man hier einen Investoren“, sagt Haehner.

Im Gegensatz dazu sind Business Angel Schumacher und der Professor Tobias Kollman wegen der netten Idee gekommen, ein Mitarbeiter der Deutschen Post – auf Start-up-Deutsch: Konzernie – will Kontakte zu IT-Gründern knüpfen und „in den Markt reinhören“.