Die Antwort kennen Investoren wie Daniel Attalah – schließlich ist es ihr Geld, das im Zweifel verloren geht. Seit Jahren sitzt der ehemalige Gründer im Komitee des High-Tech Gründerfonds und beurteilt aufstrebende Unternehmen auf ihren Erfolg. Er sagt: „Wenn jemand mit einer Idee gegen Facebook oder Google antritt oder eine Spezialplattform für ein Vertical aufbauen will, dann bin ich eher skeptisch.“ Die meisten Ideen höre er sich trotzdem an: „Denn wer weiß: Vielleicht pitcht da gerade der nächste Larry Page oder Mark Zuckerberg.“

Besondere Erfolgschancen hätten vor allem Geschäftsideen in den aufstrebenden Branchen der Zukunft, sagt Attalah. „Mobile Commerce, der Finanzsektor, aber auch große Segmente wie KFZ, Smart Home oder das Internet der Dinge sind vielversprechend.“ Wie bei allen anderen Themen sei aber auch hier die Prüfung der Geschäftsidee relevant.

„Better done than perfect“

Das A und O ist nach wie vor die Analyse des Marktes. „Egal womit der angehende Unternehmer sein Geld verdienen will: Er muss seine Kunden kennen“, mahnt Attalah, der schon einige Firmen hat scheitern sehen. Allein von seinem Produkt überzeugt zu sein, reiche nicht. „Der Gründer muss wissen, ob es für seine Lösung überhaupt ein Markt gibt“.

Seine Chancen sollte man dabei so früh wie möglich ausloten. Gründer sollten daher lieber ein unfertiges Produkt auf den Markt bringen als eine fertige Lösung, die kein Mensch braucht. „Better done than perfect“, rät Attalah seinen Schützlingen.

Eine gute Geschäftsidee zeichnet sich allerdings nicht nur durch Recherche, sondern auch durch das richtige Augenmerk aus. „Viele Gründer verlieren irgendwann den Blick für das Kernthema ihres Geschäfts“, sagt Attalah. Statt sich auf das eigentliche Geschäftsmodell zu fokussieren, verzetteln sich viele Gründer, in dem sie so viele Features wie möglich anbieten. Attalahs Rat: Lieber ein perfekter Spezialist in seiner Nische bleiben als ein unperfekter Alleskönner auf dem großen Markt.