Reicht das?
Nein, für die Unternehmensgründer gibt es außerdem Kurse zur finanziellen Grundbildung, aber auch allgemeine Informationen zur Existenzgründung. Dort lernen sie, wie sie einen Geschäftsplan richtig schreiben und auf welche rechtlichen Anforderungen sie achten müssen. Auch das machen wir nicht direkt mit den Gründern, sondern arbeiten mit Handelskammern und Verbänden zusammen. Alleine 2014 sind hier 2400 Jobs entstanden.

Mit was für Geschäftsideen gehen die Gründer an den Start?
Es sind sehr kleine Start-ups. Es gibt zum Beispiel eine Gruppe von Frauen, die vorher immer landesübliches Gebäck und Knabbereien an der Straße an Lkw-Fahrer verkauft hat. Sie arbeiten nun zusammen und haben gemeinsam einen Geschäftsplan entwickelt. Die kleine Bäckerei, die entstanden ist, beschäftigt mittlerweile zwölf Menschen und das Geschäft der Frauen hat sich verdreifacht. So entstehen entlang der Transportkorridore ganz viele Unternehmen.

Wie stellt sich GIZ in anderen Ländern auf die Gegebenheiten vor Ort ein?
Die Projekte in Indien haben zum Beispiel einen ganz anderen Kontext. Zugang zu Kapital ist dort nicht das große Problem – denn Indien gilt ja als Land der Mikrokredite. Mit dem virtuellen Inkubator „Startupwave“ versuchen wir, Beratung in abgelegene Gegenden zu bringen. Auch dort besteht viel unternehmerisches Potential. Über die Online-Plattform können Gründer ein Coaching bekommen. Außerdem wollen wir ein Netzwerk von Online-Mentoren aufbauen. In Online-Modulen lernen die Gründer, wie sie ihre Business-Idee schärfen und den Markt abklopfen können. Das Programm läuft seit einem Jahr und es haben sich mehr als 300 Leute registriert. 20 potenzielle Gründer haben das gesamte Training durchlaufenund stehen in Verbindung mit einem Mentor. Es handelt sich ja um die Phase der Preinkubation – Unternehmen sind daraus noch nicht entstanden.

300 Leute – das hört sich im Zusammenhang mit Indien nach einem Tropfen auf den heißen Stein an. Sind Sie mit den Zahlen zufrieden?
Wir wollen, dass sich aus den Initiativen langfristig etwas entwickelt. Der virtuelle Inkubator ist ein Test, das muss man ganz klar sagen. 300 registrierte Leute sind ein Anfang. Um es weiter auszubreiten, haben wir die Beraterstruktur vor Ort. Der virtuelle Inkubator soll eine Initialzündung sein und wir schauen dann, ob es läuft. Mittlerweile gibt es auch aus Afrika Interesse an dem Projekt: Die ruandische Regierung überlegt, mit Hilfe der GIZ das Modell zu kopieren.