Eine Initiative würdigt junge Unternehmen, die sich für die Nachhaltigkeitsziele der UN einsetzen. Ein Duisburger Start-up punktet mit einem interaktiven Ball zur Inklusion.

Eine kleine Kugel mit großer Wirkung: Der Ichó-Ball des gleichnamigen Start-ups ist aufgeladen mit Sensortechnik, reagiert mit Licht und Lauten auf Berührungen und Bewegungen – und soll demenzkranken Patienten helfen: „Der Ball aktiviert und fördert, auf eine ganz subtile Art und Weise“, sagt Steffen Preuß. Mit seinen beiden Mitgründern bringt er den komplett selbst entwickelten Ball samt Anwendungen als Therapiegerät gerade vom Prototypen in die erste Kleinserie. Die Anregung kam aus dem Familienkreis: Die Großeltern der Gründer erkrankten an Demenz. „Wir wollten über das, was man sonst so macht, noch hinausgehen“, sagt Preuß.

Jetzt wurde Ichó Systems für seine Bemühungen ausgezeichnet: Das in Duisburg heimische Start-up erhielt den ersten Preis des Global-Goals-Wirkungsfonds, der mit einem Betrag von 20.000 Euro verbunden ist. Dieser Wettbewerb der gemeinnützigen Unternehmnung Social Impact und der Deutschen Bank prämierte junge Unternehmen, die sich den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verschrieben haben. In diesem Jahr standen die Themen Bildungsförderug, Inklusion und die Stärkung von Nachbarschaften im Fokus.

Starthilfe für gute Ideen

Hinter Ichó wurden zudem das Institut für inklusive Bildung und das Netzwerk Mein Herz lacht für Eltern schwerbehinderter Kinder mit Geldpreisen bedacht. „Start-ups, die sozialen Impact haben, brauchen Wind im Rücken, professionelle Unterstützung, Anerkennung und Aufmerksamkeit“, sagte Eckart von Hirschhausen, der als Ehrengast mit durch die Preisverleihung führte.

Gerade hier hapert es jedoch immer wieder für sogenannte Social-Start-ups. Eine genaue Definition gibt es nicht, aber die jungen Unternehmen bedienen sich in der Regel agilen Entwicklungsmethoden, um ihre Idee oder ihr Produkt mit Mehrwert in die Gesellschaft zu tragen. Die Skalierung ist dabei gewünscht, der lukrative Exit nicht – das sorgt dafür, dass häufig das Wachstumskapital fehlt.

Der diesjährige Gewinner spürt diese Probleme nicht so intensiv. In einem Social Impact Lab erhielt Ichó Starthilfe, unter anderem stützten dort die KfW Stiftung und der Haniel-Konzern das Start-up. Im vergangenen Dezember konnte zudem mit Business Angels eine erste Kapitalerhöhung abgeschlossen werden. Zudem gebe es durchaus ein großes Interesse bei den Vermögensverwaltungen wohlhabender Familien: „Unser Unternehmenszweck wird da als sinnhaft wahrgenommen – das dient eher als Türöffner“, sagt Ichó-Mitgründer Preuß.

Gegen Ende des Jahres will das Start-up die ersten Bälle der Kleinserie an Pflegeeinrichtungen ausliefern. Die Sensoren sollen dabei auch einen Einblick in die Veränderung der Motorik der Patienten ermöglichen: „Wir können Reaktionszeiten messen, auch wenn jemand sich nicht mehr mitteilen kann“, sagt Preuß. Zudem testen die Duisburger auch den Einsatz des bunt blinkenden Balls in inklusiven Schulen.