Wie finanziert sich das Unternehmen denn? Sie rüsten Autos teils kostenlos mit Onboard-Geräten aus, mit denen Fahrzeuge geöffnet und lokalisiert werden. Entsprechend hoch dürften die Anlaufkosten sein.
Ich habe Getaway zunächst aus eigenen Mitteln finanziert. Nachdem mein erstes Start-up, an dem ich als Mitgründer beteiligt war, sehr erfolgreich war, bin ich da in einer komfortablen Situation. Vor wenigen Wochen ist zudem ein Business Angel bei uns eingestiegen. Ein weiterer Investor steht kurz vor dem Einstieg. Verglichen mit klassischen Carsharing-Anbietern haben wir übrigens sehr niedrige Skalierungskosten. Wir müssen ja nicht erst Autos kaufen, um die Flotte zu vergrößern.

Dennoch: Frank Thelen glaubt, dass zehn bis 20 Millionen Euro erforderlich sind, um mit dem Geschäft durchzustarten. Deckt sich das mit ihrer Einschätzung?
Für eine hohe Marktdurchdringung wird man sogar noch mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Das Schöne ist aber: Unser Geschäftsmodell funktioniert auch schon im Kleinen. Wir können Schritt-für-Schritt vorgehen. Zu unserem Start Anfang des Jahres haben wir erst einmal mit Fahrzeugen in Berlin angefangen. Aktuell erproben wir unser Modell in Magdeburg.

Wie viele Nutzer hat Getaway aktuell?
Wir hatten vor Ausstrahlung der Sendung über 4.000 registrierte Nutzer, übrigens ohne einen Cent für Werbung ausgegeben zu haben.

Die Löwen waren skeptisch, ob tatsächlich jemand bereit ist, sein Auto an andere zu vermieten. Kommen Sie trotzdem auf genug Fahrzeuge
Das Interesse von Autobesitzern an unserer Lösung ist überwältigend. Wir haben im Moment 800 Nutzer auf der Warteliste, konnten aber erst einen Bruchteil mit der nötigen Technik ausstatten. Ein wichtiges Argument für uns ist der gute Versicherungsschutz, den wir zusammen mit der Gothaer entwickelt haben. Daran haben wir über zehn Monate gearbeitet.

Im Bereich des privaten Carsharings haben in Deutschland Drivy und Snappcar schon eine große Nutzerbasis. Wie wollen Sie sich durchsetzen?
Anders als die genannten Unternehmen ermöglichen wir eine spontane Mobilität: Sie können unsere App starten, ein Auto suchen und sofort losfahren. Mieter und Vermieter müssen sich dank der Onboard-Units nicht erst zur Schlüsselübergabe verabreden. Auch können wir dank dieser auf das vermietete Auto „aufpassen“. Das adressiert besonders das Wohlbefinden der Autobesitzer. Des Weiteren bieten nur wir ein reine nutzungsbasierte Abrechnung auf Kilometerbasis: Man bezahlt nur, was man verfährt – ohne sich gleich für ganze Tage verabreden zu müssen.

Auch Drivy rüstet aber Fahrzeuge auf Wunsch mit einer solchen Hardware aus…
Der Autobesitzer muss dort aber immer noch Mietanfragen freigeben und den Kalender pflegen. Das ist aus meiner Sicht zu umständlich. Unser Ansatz ist es, den Aufwand für beide Seiten so gering wie möglich zu halten.

Wo liegt aus Nutzersicht der Vorteil gegenüber den Carsharing-Anbietern Car2go und Drivenow? Dort kann man ebenfalls spontan ein Auto mieten.
Unser größter Vorteil ist, dass wir unabhängig von Geschäftsgebieten sind. Das nächste Auto steht ja leider oft einige Hundert Meter entfernt – in der Zeit läuft man an Dutzenden Privatautos vorbei. Und abseits von Großstädten gibt es Angebote wie Car2go schlichtweg nicht. Ich halte unser Modell gerade auch für kleinere Städte, Stadtrandgrenzen und ländliche Regionen interessant.

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