Die Berliner Risikokapitalgesellschaft zieht ein Fintech auf, das sich auf Blockchain-Token spezialisiert – und setzt damit auf einen Umbruch an den Finanzmärkten.

Einen Vorsprung auf dem Markt für Blockchain-Token will sich der Investor German Startups Group erarbeiten: Dafür baut die Berliner Venture-Capital-Gesellschaft (VC) ein Fintech mit auf, wie das Unternehmen gestern bekanntgab. Ziel sei es, in diesem Jahr Vermögenswerte in Form von sogenannten Token auf den Markt zu bringen und für die Öffentlichkeit handelbar zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das neue Start-up soll unter dem Namen German Crypto Tech von Frankfurt aus agieren und befindet sich aktuell in der Gründung. Künftig will das Fintech Werte aus dem Immobiliengeschäft wie etwa Mietüberschüsse als Token auf der Blockchain abbilden – und damit als digitales Tauschmittel etablieren. Erscheinen soll der Token unter dem Titel „German Property Token“. Dafür kooperiert das Start-up mit dem offenen Immobilienfonds German Property Berlin, bei dem der Unternehmer und Investor Christoph Gerlinger, Chef der German Startups Group, bereits Vorstand war.

Das Konstrukt soll dabei helfen, mit dem neuen Finanzinstrument zu experimentieren: „Damit partizipiert die German Startups Group mit geringem Kapitaleinsatz an den Marktchancen, die sich aus der den Finanzmärkten bevorstehenden Tokenisierungswelle von Assets aller Art ergeben“, nennt der VC als Grund für das Investment. Die German Startups Group beteiligt sich mit zehn Prozent an dem neuen Frankfurter Fintech, ihr Chef Gerlinger baut das junge Unternehmen als Gründer mit auf. Mitgründer ist der ehemalige Investmentbanker Ralf Wandmacher.

Testfeld für junge Unternehmen aus der Finanzbranche

Seit 2012 investiert Gerlinger mit der German Startups Group in junge Tech-Unternehmen. Der Kapitalgeber ist börsennotiert und will sein Geschäftsmodell mit der Marke GS Market erweitern, wie das Handelsblatt () im vergangenen Jahr berichtete. Über GS Market sollen künftig auch die Token angeboten werden.

In Frankfurt formieren sich bereits potenzielle Wettbewerber für das neue Fintech: Etwa das Blockchain-Start-up Agora Innovation hat sich im Februar ein erstes Investment des halbstaatlichen Frühphasenfinanzierers High-Tech Gründerfonds in Höhe von 750.000 Euro gesichert. Das Frankfurter Fintech spezialisiert sich auf besondere Schuldverschreibungen – Wertpapiere in Form von Security Token.