Der Börsengang überrascht nicht nur, weil die German Start-ups Group die Pläne bis Dienstag geheim hielt. Erst am Nachmittag war bekannt geworden, dass es den Wagniskapitalgeber doch noch auf das Frankfurter Parkett zieht. Der Börsenstart verwundert auch deshalb, weil erst am Samstag das Rocket-Start-up Hellofresh seine Börsenpläne vorerst begraben hatte – mit Verweis auf das volatile Marktumfeld.

Wie ein volatiles Marktumfeld wirklich aussieht, hatte die German Start-ups Group bei ihrem ersten Versuch im Juli merken müssen: Als sich die Griechenland-Krise verschärfte und in China die Börsen abstürzten, musste das Unternehmen seinen IPO abblasen. Damals hatte der Dax binnen weniger Tage mehr als 500 Punkte verloren.

Börsenrally versus „fragiles Marktumfeld“

Mit der derzeitigen Börsenrally – der deutsche Leitindex hat binnen der vergangenen fünf Wochen rund 1400 Punkte zugelegt – hat sich der Kapitalgeber ein deutlich besseres Marktumfeld ausgesucht. Der Analyst Stephan Heibel sagte erst kürzlich gegenüber dem „Handelsblatt“, dass die Stimmung noch nicht überborde und dies ein gutes Zeichen für eine gesunde Rally sei.

Dass sowohl Hellofresh als auch die German Start-ups Group von einem volatilen beziehungsweise fragilen Marktumfeld sprechen, dürfte eher als Entschuldigung dafür dienen, dass sie ihre eigenen Erwartungen beim Schlusssprint nicht erfüllt haben.