Intelligente Apps sind Trend wie „affectiva“ sind in der Innovation Lounge gleich mehrere vertreten. Auch ein deutsches Unternehmen ist dabei: Matchinguu aus München. Gründer Felix Heberle (35) erklärt sein Konzept so: „Wir machen Werbung auf dem Smartphone zielgerichteter, indem wir Nutzerprofile erstellen.“ Dazu werden unter anderem Klickzahlen ausgewertet. Wenn das Konzept funktioniert, empfiehlt das Smartphone die Bahn-App, wenn der Besitzer am Bahnhof wartet. Oder schickt an einem regnerischen Freitagabend das neueste Kinoprogramm. „Service statt Werbung“, nennt Felix Heberle das.

In Deutschland ist Matchinguu schon so erfolgreich, dass in einem halben Jahr einer von acht Smartphone Nutzern mindestens eine von Heberles intelligenten Apps besitzen wird. Wachstum erwartet der Gründer daher auch auf dem amerikanischen Markt: „Die USA sind das Land der schnellen Skalierung.“ Zum einen seien dort die Investoren risikofreudiger. Zum anderen „kann ich in einem Land und in einer Sprache 300 Millionen Nutzer erreichen.“

Aber so ein Markteinstieg in den USA ist nicht ohne Risiko. Christoph Lengauer vom German Accelerator in Boston berät deutsche Unternehmen und sagt: „Viele Start-ups zerbrechen an der Aufgabe.“ Wie kommt man an Geld? Wann ist der richtige Zeitpunkt um sich zu vergrößern? Wie bilde ich ein starkes Team? Wie kann man vom weltweiten Wettbewerb profitieren? Im Auftrag des deutschen Wirtschaftsministeriums arbeitet Lengauer mit den Unternehmen an vielen Baustellen.

In den ersten drei Monaten haben sich bereits sechs deutsche Start-ups mit ernsthaftem Interesse bei Lengauer gemeldet. Das zeigt, wie groß die Anziehungskraft des amerikanischen Marktes ist: „In Europa fehlt es an allem. An Geld, an Infrastruktur, an Referenzpunkten.“ Insofern hält Lengauer einen Markteinstieg in Amerika grundsätzlich für alle deutschen Unternehmen für sinnvoll.