Wie sieht es bei Investoren aus? Verlassen auch sie sich auf ihr Bauchgefühl?

Ich habe mit mehreren Wagniskapitalgebern gesprochen und gefragt, wie sie entscheiden. Machen Sie eine Pro-Contra-Liste? Die Antwort war meistens Nein.

Seit der Forschung der Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Amos Tversky wissen wir, dass Bauchgefühl auch bedeutet, sich an Daumenregeln, sogenannten Heuristiken, zu orientieren. Sie meinen, dass es ebenso sinnvoll ist, sich bewusst an diese einfachen Regeln zu halten, statt viele Informationen zu analysieren. Welche Daumenregeln könnten für Gründer besonders nützlich sein?

Für Start-ups gibt es ein Prinzip, das heißt „start small“. Also beginne klein und wachse langsam. Tatsächlich ist es für Start-ups oft gut, sich zunächst in einem kleinen Team zu entwickeln. Dann hat man nicht wie in großen Unternehmen das Problem der Verantwortungsdiffusion.

Eine weitere wichtige Heuristik ist die Rekognitionsheuristik, also Wiedererkennungsheuristik. Sie besagt grob, dass Menschen sich eher für das entscheiden, was sie kennen. Der Marketingleiter von Benetton hat daher einmal gesagt, dass es eigentlich nur darum gehe, den Namen Benetton so vielen Menschen wie möglich einzuprägen. Denn was wir kennen, kaufen wir auch eher.

Herr Gigerenzer, vielen Dank für das Gespräch!