Der Frankfurter Softwareentwickler will mehr Autohändler für seine Plattform gewinnen. Doch dafür muss das Vertriebsteam deutlich wachsen. 

Um seine Software für Autohäuser weiterentwickeln zu können, erhält das Start-up Gebrauchtwagenheld aus Frankfurt frisches Kapital. Wie viel Geld im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde genau geflossen ist, will das Unternehmen heute auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer jedoch nicht bekanntgeben. Als Grund nennt Marketingchef Mathias Mandler eine Verschwiegenheitsvereinbarung mit den Investoren. Geplant sei, das Team aus derzeit knapp 20 Mitarbeitern kräftig aufzustocken. Vor allem im Vertrieb werde dringend Personal benötigt, um Kunden gewinnen zu können.

Mit seiner Software, die das Start-up unter dem Markennamen Autengo etablieren will, lassen sich Abläufe im Autohaus digitalisieren. So versucht die junge Firma, den Zeitaufwand für Fahrzeughändler zu reduzieren: Eine App hilft beispielsweise dabei, Gebrauchtwagen per Smartphone zu erfassen und automatisch auf mehreren Online-Portalen wie Autoscout24 oder Mobile.de einzustellen. Exposés von Fahrzeugen lassen sich per Mausklick als PDF aus der Datenbank ziehen oder Kaufverträge automatisch generieren.

Seit Mitte des vergangenen Jahres mit Autengo auf dem Markt, haben die Frankfurter allerdings noch damit zu kämpfen, potenzielle Kunden von einem Systemwechsel zu überzeugen. Daher versucht das Start-up, mit einer kostenlosen Testversion und monatlichem Kündigungsrecht zu locken.

Bekannter Seriengründer investiert

Das Angebot richtet sich an eine Branche, die durch reine Online-Händler stark unter Druck steht: „Wir versuchen die Prozesse im Autohaus so schlank wie möglich zu gestalten, damit mehr Zeit für ausführliche Kundengespräche bleibt. So wollen wir den Autohändlern die Möglichkeit geben, digital am Markt zu bestehen“, sagt Marketingchef Mandler zu WirtschaftsWoche Gründer. In Zukunft wollen die Softwareentwickler deshalb weitere Prozesse integrieren und etwa die Beschaffung und Finanzierung von Fahrzeugen vereinfachen. Geschäftsführer Sebastian Fischer (im Bild) zielt auf eine Plattform für das digitale Autohaus: „Mit Autengo möchten wir das Fundament für ein Ökosystem schaffen und so die digitale Transformation im Autohandel vorantreiben“, lässt er sich in einer Pressemitteilung zitieren.

Starthilfe leisten nun das Land Hessen und mehrere nicht namentlich genannte Business Angels. Außerdem beteiligt sich der Gründer des Finanzportals Onvista, Stephan Schubert, mit seiner Investmentgesellschaft STS Ventures an der aktuellen Finanzierungsrunde. Bereits im Februar hat er bei der Finanzierung des Berliner Fintechs Vantik mitgemischt. Zu seinen Investments zählt auch das Berliner Umzugs-Start-up Movinga, das im November 15 Millionen Euro erhalten hat.