Dabei wollen die Gaming-Unternehmen – egal ob groß oder klein – keineswegs Geschenke vom Staat. Ziel ist eher eine Anschubfinanzierung, wie sie aktuell auch mit deutlich größeren Summen in der Filmindustrie funktioniert. Schlägt ein Spiel ein, lohnt sich das Investment also auch für den Staat – über eine Erfolgsbeteiligung oder Steuermehreinnahmen. „Wir könnten deutlich schneller wachsen, wenn wir parallel an mehreren Spielen arbeiten könnten“, sagt etwa Michael Zillmer, Mitgründer von Innogames  – auch wenn das Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern und mehr als 100 Millionen Euro Umsatz heute schon zu den großen Anbietern in Deutschland zählt.

Kanadier und Briten  locken deutsche Spieleschmieden

Verlockend sieht für viele Unternehmen dabei vor allem eine Steuererleichterung bei der Lohnsteuer aus – die Entwickler sind in aller Regel der größte Kostenfaktor in der Bilanz. Auf der anderen Seite gibt es durchaus noch andere Standortvorteile jenseits der direkten finanziellen Förderung. Das weiß etwa Adrian Goersch, Geschäftsführer der Offenburger Spiele-Schmiede Black Forrest Games.

Mit 35 Mitarbeitern entwickelt sein Team an der Grenze zur Frankreich Computerspiele. Drei der fünf Gründer kommen aus der Region, dort fühle sich die Firma auch immer noch wohl – ein Vorgängerunternehme entstand dort bereits Mitte der 90er-Jahre. Die Nachwuchswerbung in Konkurrenz zu Hamburg oder Berlin sei nicht immer einfach, berichtet Goersch, bei Mitarbeitern mit Familie könne er jedoch häufig mit der Region punkten.

Angebote für einen Umzug des Unternehmens gibt es trotzdem regelmäßig: Die kanadische Wirtschaftsförderung habe bereits angeklopft, auch die Möglichkeit einer britischen Briefkastenfirma wurde schmackhaft gemacht. Bislang ohne Chance: „Ich kann mit dem Team auch nicht einfach woanders hinziehen“, sagt Goersch. Anders sähe es vielleicht aus, wenn das Nachbarland Frankreich sein Angebot für Spieleentwickler noch einmal deutlich verbessern würde: „Das sind für uns dann nur 20 Kilometer bis zur Grenze.“