Sind die Anteile an der Gesellschaft seit der Gründung im Wert gestiegen und werden diese ohne angemessene Gegenleistung durch ein hinzukommendes Teammitglied erworben, kann das zu lohnsteuerpflichtigen Einkünften führen. Die Gesellschaft ist dann verpflichtet, einen entsprechenden Arbeitgeberanteil abzuführen. Die Gefahr erhöht sich, wenn die nachträgliche Beteiligung mit der ersten Finanzierungsrunde zusammentrifft. Denn in dieser wird die erstmalige Bewertung der Gesellschaft auch für das Finanzamt sichtbar.

Mithilfe virtueller Beteiligungsprogramme lässt sich das Problem häufig umgehen. Der so bedachte Mitgründer erhält jedoch keine Gesellschafterrechte. Er nimmt auch an Entscheidungen der Gesellschafterversammlung nicht teil. Eine Regelung, die diese Nachteile weitestgehend kompensiert, ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Beteiligungen festlegen
Die Gründer sollten sich möglichst vor Gründung darüber im Klaren sein, in welchem Verhältnis die künftig zu leistenden Beiträge der Gründer stehen. Nicht jeder Gründer ist bereit, die Pflichten und die Haftung eines Geschäftsführers zu übernehmen.
Können die Gründer absehen, dass sich ihre Beiträge dauerhaft unterscheiden, sollte dies bei Gründung der Gesellschaft über unterschiedliche Beteiligungshöhen abgedeckt werden. So können die Gründer Streit über den Umfang der einzelnen Beiträge vermeiden. Ein späterer Ausgleich unterschiedlicher Beiträge ist mit ähnlichen Risiken verbunden wie die nachträgliche Beteiligung eines weiteren Mitglieds des Gründerteams.

Aufgaben abgrenzen
Gründer fühlen sich ihrer Idee verpflichtet. Die daraus resultierende hohe Identifikation führt auch dazu, dass sich Gründer oft für alle Belange des Unternehmens verantwortlich fühlen.  Konflikt entsteht dadurch, dass sich die Gründer bezüglich einzelner Maßnahmen nicht einig werden. Es ist deshalb empfehlenswert, dass die Gründer von vornherein ihre Kompetenzbereiche möglichst scharf gegeneinander abgrenzen und dies in einer Geschäftsordnung für die Geschäftsführung festhalten. Durch eine Geschäftsordnung können Gründer Kompetenzkonflikte vermeiden.
Philipp Hoene ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei LUTZ | ABEL in München. Er berät Mandaten in den Bereichen Venture Capital und M&A. Sein Beratungsschwerpunkt liegt in der rechtlichen Gestaltung von Finanzierungsrunden.