Das deutsche Start-up sammelt 27 Millionen Euro ein – auch globale Logistikkonzerne kommen mit an Bord. Jetzt soll weltweit Fracht vermittelt werden.

Große Ladung für das Bankkonto: Da Berliner Start-up Freighthub hat umgerechnet etwa 27 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde eingesammelt. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up vor allem auf den Weg nach Asien machen. Der ausgebaute Standort – aktuell ist das Start-up in Hongkong präsent – soll helfen, auch dort für mehr Kunden die Lieferungen abzuwickeln.

Das 2016 gegründete Unternehmen bezeichnet sich selbst als „digitale Spedition“: Über das Portal können Firmen Lieferungen digital beauftragen und abwickeln, die dann von Partner auf der Straße, dem Luft- oder Seeweg durchgeführt werden. Nach eigenen Angaben nutzen bereits mehr als 1500 Kunden diese Dienste, darunter Firmen wie Home24, Miele oder Viessmann. Das Transportvolumen habe sich im vergangenen Jahr verdreifacht, sagt Mitgründer Michael Wax.

Digitale Aufholjagd in der Logistik

Im nächsten Schritt will das Start-up weiter daran arbeiten, eine datenbasierte Lieferkette abbilden zu können. Dazu gehört auch die Möglichkeit, mögliche Verspätungen frühzeitig zu erahnen. In traditionellen Speditionen fehlte häufig noch eine Übersicht in Echtzeit, wo genau Waren und Container unterwegs sind.

Im Vergleich zu anderen Branchen tat sich die Logistik lange schwer, sich digitalen Projekten zu zu wenden. Von der jetzt gestarteten Aufholjagd profitieren Start-ups wie Freighthub. Zwei neue Investoren bringen jetzt Kapital und Know-how aus der alten Welt mit an Bord: Angeführt wird die Runde von dem Risikokapitalgeber Rider Global, der von Logistik-Experten gegründet wurde. Zudem beteiligt sich der Investmentarm der weltgrößten Containerreederei Maersk. Man glaube an „Kooperation und Lernerfahrung im gesamten digitalen Ökosystem unserer Branche“, sagt der verantwortliche Maersk-Manager Jeppe Høier.

Daneben erhöhen auch bestehende Gesellschafter ihre Einlage. Besonders deutlich hat das laut Pressemitteilung von Freighthub die Investmentfirma der indischen Unternehmerfamilie Mittal getan – die Ende 2017 im Rahmen einer Series-A-Finanzierung bei dem Start-up eingestiegen waren. Ebenfalls aufgestockt haben die Risikokapitalgeber Northzone, Global Founders Capital und Cherry Ventures.